Schwarz / Weiß

Das war jetzt ein langer Prozess der Entscheidungsfindung! Meine Fotoarbeit “MARARI – a fishermens place” werden ich in S/W zeigen. Ich habe sehr lange mit mir gerungen, da viele Einzelschüsse so wunderbare Farben haben. Aber wenn ich in Strecke denke (und wir reden hier von über 350 Motiven) erschlagen die Farben den Betrachter, stören die Motivaussage, und machen die Arbeit in einem übergeordneten Sinne auch trivial. Nach meiner Editierung sind nun 350 Motive übrig geblieben, was bedeutet: eine Bildband-Produktion ist möglich! Das wäre nun die nächste Entscheidungen, die zu treffen wäre…

Instagram Feed

Guten Morgen,
heute mal zum Thema Instagram.

Im Zuge meiner Neuausrichtung habe ich mich auch dieser Plattform gestellt, pflege und bestücke meinen Feed regelmäßig mit neuen Inhalten. Ich konnte in diesem Jahr auch recht viele Follower hinzugewinnen, so weit so gut. Nun hinterfrage ich natürlich gerne: was hat mir der Aufwand gebracht?

Nennenswertes oder direkt Greifbares nicht. Um es positiv auszudrücken: wahrscheinlich ist es gut, dass ich dort sichtbar bin, weil sich insgesamt meine Tätigkeiten auf Social Media damit potenzieren können. Okay, lassen wir das mal so stehen.

Nun gehts noch weiter. Vor ca. 2 Monaten habe ich mir einen Instagram-Tracker zugelegt, mit dem ich meinen Account und Feed besser auswerten kann – ein ganz tolles Teil. Am bemerkenswertesten fand ich das User-Verhalten, welches mir da sichtbar gemacht wurde. Und hier insbesondere die User, die sich mit dir neu verbinden -wenn ich den User kenne oder mich seine Arbeit interessiert verbinde ich mich ebenfalls mit diesem -sobald ich ihnen auch folge, entfolgen sie sich nach ca. einer Stunde wieder. Geil, dieses komische Prozedere wird selbst von gestandenen Männern, die man vom Namen her kennt betrieben: Leute, habt ihr zu viel Zeit, oder was ist mit euch los?

Fazit für mich: Ich habe mir jetzt eine Zeit lang diesen Zirkus angetan und mich auch in diesem bewegt. Instagram ist interessant, aber kostet schon Zeit, vor allen Dingen mit eben beschriebenem Schwachsinn. Bin nun so verfahren, dass ich meinen Feed weiterhin gerne bestücke, aber nur noch Leuten folge, die ich persönlich kenne. Habe den Account auch bereinigt von Personen, denen ich nur aus Höflichkeit gefolgt bin. Einmal die Woche lass ich noch den Tracker drüber laufen, um mir die faulen Äpfel rausfiltern zu lassen, und das war’s dann auch mit meinem Invest an Zeit.

Kokosnussöl

Kokosnussöl zu gewinnen ist Knochen- und in Indien Frauen-Arbeit! Davon konnte ich mir ein eigenes Bild machen, bei einem Besuch in einer Manufaktur entstand unter anderem dieses Motiv, sicher wäre das auch ein interessantes Thema für eine Reportage. Die Frage wäre nur, wen interessiert das?, und wer möchte da so genau hinsehen? Schließlich stehen die Produkte bei uns in hübschen Flaschen im Regal, Herkunft und Produktionsbedingungen sind einem meist egal.

Dankeschön an meine “HATER”

Noch eine kleine Lektüre zum Abend, mit klarer Botschaft.

So verschieden die Informationsfragmente waren, die mich via Flurfunk in den letzten Monaten erreicht haben, so weit gehen die Meinungen über meine Person auseinander. Langsam aber sicher fügten sich die Einzelteile zu einem ganzheitlichen Bild und lassen zweifellos erkennen: den Großteil der “Hater” machen meine “ehemaligen”Kollegen aus dem werblichen Bereich aus. Viele sind mir nun auch mit Namen bekannt, zumindest diese, welche am krassesten gegen mich wettern. Merkwürdig: die Mehrheit kenne ich “persönlich” nicht einmal. Da ich ein interessierter und wissbegieriger Mensch bin, stellt sich mir natürlich die Frage nach den Beweggründen eines solchen Handelns. Was ist Eure Motivation? Was treibt Euch an? Ist Euch langweilig?  Darauf habe ich jetzt eine tolle Antwort gefunden:

Ihr fühlt Euch zwanghaft durch den Erfolg anderer angegriffen und damit an Eure eigene Minderwertigkeit erinnert. Anstatt Euch selbst zu verbessern oder auch zu verändern versucht ihr mit weitgehend sinnfreier Kritik und Lästerei mich auf Euer Niveau herunterzuziehen.

Machen Euch nichts vor, ihr steht dort und ich nun hier, da herrscht klare Abgrenzung. Man sagt ja, man kann davon ausgehen, dass die Leute Dein Leben spannender finden als ihr eigenes, so lange sie über Dich reden. Diese These löst so tiefes Mitgefühl in mir aus wie sie mich auf der anderen Seite rührt. Aber wie dem auch sei. Das Schöne ist: ihr Hater haltet meine Geschichte zu einem nicht ganz unbeträchtlichen Teil mit am Leben. Erweitert sie um neue Spannungsbögen. Liefert mir den Stoff für das nächste Kapitel. Und das alles, ohne dass ihr das eigentlich wollt.

Dennoch seid ihr es, die aktiv nach meinen Inhalten suchen, die sich darüber auslassen, die diskutieren und die es weitertragen. Mit am besten lässt sich dieses Phänomen an meinem Blog selber beobachten. Die Möglichkeit ihn zu abonnieren gibt es nicht mal. Ihr seid es also, die ganz freiwillig jedes Mal aktiv auf jene Artikel zugreifen, über die es sich dann scheinbar zu reden lohnt. Auch könntet ihr Euch (als logische Konsequenz des Flurfunks-Geredes) bei FB von mir “entfreunden”, was aber nicht passiert. Stattdessen besucht ihr aus freien Stücken mehrfach die Woche mein Profil auf FB und Instagram, um Euer –drücken wir es mal diplomatisch aus- Interesse zu befriedigen.

Dieser ganze Aufwand lässt auf eine starke intrinsische Motivation schließen. Dies ist mit dem Opfer wertvollster Lebenszeit verbunden, was ich wirklich zu schätzen weiß. Deshalb hier und jetzt auf diesem Wege ein riesengroßes DANKESCHÖN! Dafür, dass ihr einer der Erfolgsgaranten seid, dass die Publicity über Social Media nicht abreißt. Und schön zu wissen, dass der Ausdruck meiner Wertschätzung auf diesem Wege auch die richtigen  Personen erreicht.

Ich werde mich in Zukunft noch mehr auf die Menschen konzentrieren, welche nicht gegeneinander arbeiten. Wer gegen andere wettert bzw. neue Wege von anderen, oder von mir nicht toleriert und akzeptiert wird aus meinem Umfeld entfernt.

Liebe Grüße und habt einen schönen Abend!
Thorsten

Facebook Gruppe

 

Heute möchte ich euch meine neue Facbook Gruppe: Die Idee der Fotografie empfehlen, diejenigen von euch die der Reportage-, Dokumentar-, Portrait- und Reisefotografie verbunden sind, sind herzlich eingeladen beizutreten. Getreu nach dem Motto von Robert Capa: „Wenn deine Bilder nicht gut genug sind – dann bist du nicht nah genug dran!“. Lasst uns von einander lernen, austauschen und unterstützen.

Wenn Ihr Fragen habt, steh ich euch als Admin der Gruppe gerne zur Verfügung und habe stets ein offenes Ohr. Ich wünsche Euch viel Freude beim Storytelling.

https://www.facebook.com/groups/1920926828119052/

Storytelling

Zu Beginn meiner fotografischen Laufbahn habe ich meist in Bildstrecken gedacht, weder politisch noch wertend. Kleine Geschichten, die keinem weh taten. Trivial, aber schön anzusehen. Zu dieser Zeit lebte ich noch in Hamburg und arbeitete viel redaktionell für Magazine wie Max, Brigitte und Allegra. Später kam sogar der große Stern hinzu. Ich weiß noch wie stolz ich da war: Ich beim Stern -WOW! Mit diesem Magazin bin ich groß geworden; meine Eltern hatten es abonniert und es lag immer ein Riesenstapel direkt neben der Kommode an der Wohnungstüre. Wenn meine Eltern noch schliefen (ja zu dieser Zeit war ich noch ein Frühaufsteher) blätterte ich mich durch die großen und mehrseitigen Reportagen über die große weite Welt.

Schon als Kind fesselten mich diese Fotos und Geschichten. Zu behaupten, dass ich bereits zu dieser Zeit fest vorhatte Fotograf zu werden, würde sich zwar gut anhören, wäre aber gelogen. Nichtsdestotrotz erinnere ich mich gut daran, welche Wirkung diese Bilder auf mich hatten. Welche Macht Bilder haben, fasziniert mich auch oder vielleicht gerade in der heutigen Zeit der Übersättigung immer wieder aufs Neue. Fast schon zeitgleich mit dem Moment, in dem unsere Augen ein Bild sehen, laufen im Gehirn Prozesse ab, die wir gar nicht beeinflussen können. Ein Abgleich mit unseren Erfahrungen, Werten und abgespeicherten Informationen wird in Gang gesetzt und führt so in Sekundenschnelle zu einer Emotion. Freude, Ekel, Erregung, Wut oder alles in einem. Wir können es nicht steuern. Jeder kennt das Gefühl, sich nicht klar darüber zu sein, was man von einem bestimmten Bild hält. Finde ich das gut? Warum kann ich nicht wegschauen, obwohl ich es abstoßend, verwerflich, etc. finde? Sicher rufen auch Texte oder Musik starke Emotionen in uns hervor, jedoch sind es immer Bilder, die sich unwiderruflich in unser Gehirn einbrennen.

Zurück zum Stern: Ich durfte für sie ein paar Mal Portraits schießen, dann sollte die Reise weitergehen. Es war an einem kalten Abend im Dezember, eine bekannte Hamburger Werbeagentur hatte zu ihrer Weihnachtsfeier geladen und ich hatte die Möglichkeit mich dort unters feiernde Werbevolk zu mischen. Und was soll ich sagen, zu der Zeit knallten die Korken noch ziemlich laut und in der Branche boomte es. Nicht, dass ich davon Ahnung hatte, aber ich muss zugeben ich war angefixt. Schnell durfte ich mit meiner Mappe in den nächsten Tagen in der Agentur vorbeischauen. Zack, mein erster Job in der Werbung war da.

Nein, ich will hier nicht das Bild der bösen Werbung zeichnen. Schließlich war ich allein es, der sich – angetrieben durch Gier nach Erfolg, Geld und Aufmerksamkeit- entschied, diesen Weg einzuschlagen. Es war nun mal um mich geschehen und somit rückte die redaktionelle Arbeit und damit auch das Ziel Geschichten zu erzählen klar in den Hintergrund. Ich hatte Blut geleckt und wollte von nun an ganz vorne mitspielen in der Werbung.

Wenn man fleißig, zielstrebig und gut ist, kam man früher in dieser Branche recht schnell voran. Ebenfalls zu Gute kam mir meine schon damals ziemlich ausgeprägte Risikobereitschaft. Getreu dem Motto „geht nicht, gibt’s nicht“ habe ich damals auch Jobs angenommen, die zweifelsohne einige Kragenweiten zu groß für mich waren. Der Verkäufer in mir verstand sehr schnell die Sprache der Werber, was mir dabei geholfen hat, mich stets sehr gut zu präsentieren. Um es kurz zu machen: das Glück ist mit den Tüchtigen und ich konnte die Jobs alle gut über die Bühne bringen. Schwein gehabt. Natürlich habe ich mich durch diese learning-by-doing-Methode fotografisch sehr viel schneller weiterentwickelt als es zu meiner Assistenz-Zeit möglich war.

Ich tauchte tiefer in dieses Geschäft ein und mein schnelles Vorankommen motivierte mich. Mein Hang zum Geschichtenerzählen durch Bilder allerdings fand dort so gar keine Befriedigung. Schließlich war ich gezwungen in Einzelbildern zu denken und vorgefertigte Bildideen fotografisch umzusetzen. Dem Gefühl der aufkommenden Langeweile versuchte ich entgegenzuwirken, indem ich meinen Fokus verschob und mir ein neues Ziel setzte: making money. Ich wollte wissen, was sich finanziell aus der Werbe-Cash-Cow so rausholen ließ. Aus der heutigen Sicht würde ich sagen ich war geldgeil und fand in dem Schmerzensgeld eine Betäubung meiner Langeweile.

Inzwischen ist viel passiert, einiges davon habt ihr ja mitbekommen. Der Anfang vom Ende kam bereits 2012. Der Wunsch wieder Bildstrecken zu fotografieren und damit Geschichten zu erzählen war nicht länger zu unterdrücken und so startete der Prozess meiner Neuausrichtung. Jetzt nach dem endgültigen Cut 2016 bin ich wieder dahin zurückgekehrt, wo ich thematisch einmal angefangen habe. Ja, es lässt sich nicht leugnen, die vielen Jahre, in denen ich mich nicht in dieser Rolle geübt habe, wollen aufgeholt werden.

Man braucht ein Thema. Im Frühjahr diesen Jahres habe ich eins mit „Marari – fisherman‘s place“ für mich gefunden. Marari ist ein 30km langer Strandabschnitt im Süd-Westen Indiens. Ein nahezu komplette Region von ca. 100 Familien, die auf ihre ganz eigene, beeindruckend einfache Art und Weise ihren Weg gefunden haben, vom täglichen Fischfang mit kleinen 10-Mann-Booten ein verhältnismäßig gutes Leben zu führen. Keine arrangiertes Touristenfolklore also, sondern die tägliche Sicherung des Lebensunterhalts von bis zu 12 Personen pro Fischerfamilie. Die Menschen dort zu fotografieren ist grundsätzlich nicht einfach, sie begegnen Fremden sehr scheu, fast schon misstrauisch. Die Reportage geht bald online, dann könnt ihr ja mal schauen, ob es mir gelungen ist, diese Geschichte gut zu erzählen.

Generell gehe ich beim Storytelling nicht wertend vor. Ich selbst bin z.B. kein politischer Fotograf und werde das wahrscheinlich auch in meiner Karriere nicht mehr werden. Vielmehr interessieren mich die Zwischentöne. Darum kann ich es mir auch vorstellen, Geschichten für die Werbung zu erzählen, also z.B. einen Spitzenpolitiker zu begleiten, um Material für Wahlkampf-Plakate zu generieren. Oder den Vorstandsvorsitzenden einer großen Bank, um zu dokumentieren, welche Menschen in den perfekt sitzenden Anzügen in den verglasten Hochhäusern stecken. Mir ist durchaus bewusst, dass die Magazine meine Telefonleitung nicht glühen lassen, weil ich mir jetzt überlegt habe, redaktionelle Themen spannender zu finden. Aber hey, entweder ich habe erneut die notwendige Portion Glück oder ich kehre zurück nach Marari. Wie man dort gut vom Fischfang leben kann, weiß ich jetzt ja schließlich.

 

Geh mit mir auf Reportage!

In diesem Frühjahr ist in mir der Gedanke gereift, dass ich mit einer kleinen Gruppe, eine Foto Exkursion unternehmen möchte. Aus dem fixen Gedanken ist nun ein Plan entstanden, den ich euch gerne im September, wenn mein neues Programm raus kommt, vorstellen möchte.

Mein Angebot ist fernab des Mainstreams. In der Exkursion geht es darum, wie nähere ich mich einem “echten” Thema an, wie kann man fotografisch Geschichten erzählen. Von der Recherche, Reiseplanung, zur Umsetzung, bis hin zum passende Equipment.

Allein schon die Tatsache, wie man Menschen begegnet um an sein Motiv zu gelangen, ohne selber zu sehr Teil des Games zu werden – scheint für viele Fotografen eine unlösbare Aufgabe zu sein. Ich zeige Dir wie das funktioniert!

Das Exkursionsangebot richtet sich an den ambitionierten Fotoamateur. Vorfreude – und nun habt einen schicken Sommer.

Thorsten

Photographers Meeting

Wer Lust hat, mich diesen Sommer (im Juli) einmal offline zu treffen, kann das gerne tun. In einer kleinen Runde bei gekühlten Drinks lässt sich bestimmt über das ein oder andere fotografische Thema sehr gut diskutieren, austauschen oder philosophieren. Inklusive Sundowner am Wasser.

  • – Location: Herrsching a. Ammersee (bei München) / Steg am Wasser
    – Wann: ab 17:00 Uhr am 20. Juli 2017
    – Maximal 6 Personen
    – Die Drinks gehen auf mich.

Du hast Bock darauf, schreib mir eine PN auf Facebook
Cheers! Thorsten

Headshots – die Geschichte dahinter

35 Grad, Smog, Lärm einer zahllosen Menge an Menschen, undefinierbare Gerüche. Nicht selten waren die langen Transferfahrten auf meiner letzten Reise in Indien nicht nur lästiges Übel, sondern auch eine Möglichkeit mal kurz den “Pause”-Button zu drücken und aus dem heillosen Chaos da draußen auszusteigen. Auf eben so einer Fahrt von Mumbai in Richtung Kochi gelang mir ein (für mich immer noch Highlight-) Shot dieses Aufenthalts: Das Porträt eines älteren Mannes das mich immer noch auf eine gewisse Art berührt. Der Herr sprach mich bei einer kurzen Fahrpause an: “Ob ich ihn mal fotografieren wollen würde?” Nicht gegen Geld, er hätte einfach Lust darauf auf einem Foto festgehalten zu werden. Diesen Ausdruck in Gesicht und Augen bekommt kein Model der Welt auf Knopfdruck hin und doch lies mich der Gedanke nicht los, so etwas in der Art reproduzierbar machen zu wollen. Und hier war es: Das gesuchte fotografische Erweiterungsfeld, das mein neues Motto komplettieren sollten: Portraits & Stories

Zurück in Deutschland beschäftigte ich mich intensiv mit dem Thema. Ich suchte nach einer so simplen wie raffinierten Umsetzung und einer Bildästhetik, die sich auch in meinen Reportagen wiederfand. Quasi etwas Artverwandtes, was ebenso in Farbe wie in Schwarzweiß funktioniert. Nach Tagen voll von Gedankensortieren und Abwägen verschiedener Ideen hatte ich es: Es sollten sogenannte Headshots werden. Alle in Hochkant und mit weißem oder schwarzem Hintergrund, jeweils ein Bild in Farbe oder Schwarz-weiß. Als Lichtquelle entschied ich mich dafür, ausschließlich Tageslicht zu benutzen. Alle Aufnahmen sollten mit der neuen Fujifilm GFX 50s und dem nagelneu GF 110mm f2 geschossen werden.

Der Stil, den ich umsetzen will, ist natürlich, offenblendig und modern – das alles ohne große Beautyretuschen. Diese Art der Retusche würden die Headshots nur trivialer wirken lassen. Ich will die Wahrheit. Echte Gesichter – ob jung, alt, Mann oder Frau. Das setzte allerdings ein gutes Hautbild der Protagonisten voraus, von welchem ich mich beim Casting für die erste Produktion selbst überzeugen wollte. In Zusammenarbeit mit einer bekannten Münchner Agentur schauten wir uns ungefähr 35 Modelle für die geplante Strecke an. Mein Plan war es, 10 Personen für die Headshots-Strecke zu finden, was sich nach der Sichtung auch eher als eine Punktlandung als die Qual der Wahl herausstellte. Ich wolle schließlich auch eine charakterliche Vielfalt darstellen und keine Aneinanderreihung auswechselbarer “Schönheiten”.

Für die Umsetzung hatte ich ein schönes, großzügiges Studio im Glockenbachviertel angemietet, was nicht nur die Voraussetzungen für die gewünschten Lichtverhältnisse optimal erfüllte. Vielmehr berücksichtigte die Wahl noch einen anderen Aspekt, der mir bei meiner Arbeit immer wichtig ist: der Wohlfühlfaktor für alle Beteiligten. An meinen Sets ist stets eine familiäre Atmosphäre, was mir persönlich für meine Stimmung wichtig, aber noch wichtiger für die Protagonisten ist. Es ist der erste Schritt, praktisch das Fundament, um dann beim Abbilden selbst von Ihnen zu bekommen, was die Motive brauchen.

Mein Werkzeug (GFX + 110mm) war hochwertig, alles andere war auf das Nötigste beschränkt. Keine großen Aufbauten, keine Blitzer oder Lampenschirme. Einzig ein kleiner Hintergrund am Fenster, eine Markierung am Boden und ein großer silberner Reflektor warteten auf die Modelle. Mein Team bestand aus 3 Assistenten und einer Visagistin. Ich arbeite stets mit der gleichen Crew, was mittlerweile ein fast blindes Zusammenarbeiten ermöglicht.

Ein Portraitshooting ist oft wie ein Tanz. Auf der einen Seite braucht es Führung, auf der anderen Seite muss man als Fotograf auch loslassen können. Die meisten Menschen sind einem ja doch fremd, es gab im besten Falle einen kurzen Erstkontakt bei einem Casting, manchmal auch selbst das nicht. So weiß man oft nicht, wer da eigentlich durch die Tür kommt. Dass mich heute eher die Wahrheit, der Mensch an sich, interessiert und keine gekünstelte Situation oder das sogenannte Posing ist für viele doch recht ungewöhnlich, da ich oberflächlich wenig bis gar nichts von ihnen verlange. Ja, ich fordere regelrecht zum Nichtstun auf! Sagen wir es so, ich komme zu meinem Motiv oft mit dem Mittel der “freundlichen” Manipulation. Meist brauche ich nicht länger als 15 Minuten reine Schusszeit, mal etwas mehr, mal weniger. Und klar, könnte ich aber auch einen Staatsmann in 30 Sekunden ablichten, wenn es nicht anders geht.

Die Strecke auf Mittelformat zu produzieren, war für mich unüblich. Normal habe ich das in der Vergangenheit versucht zu vermeiden, wo es nur ging. Das aus 3 Gründen: die Auslösegeschwindigkeit, die AF-Geschwindigkeit sowie die wirklich unterirdische Performance der Fokussierung, wenn man offenblendig arbeiten wollte. Mit der neuen GFX 50s gehört das nun alles der Vergangenheit an, was mich schon Anfang des Jahres bei der Markteinführung geflasht hatte. Ich habe alle Headshots mit dem neuen GF 110mm bei Blende f2 bis f2,5 geschossen. Die Optik bildet mit der Kamera für diese Arbeiten einfach eine perfekte Einheit. Dazu benutze ich zur leichten Stabilisierung lediglich ein Einbeinstativ. Der AF sitzt und die Ergebnisse sprechen von der Schärfe her einfach für sich.

Für mich erschließt sich nun fotografisch durch das GFX Mitteformatsystem eine neue Welt, welche entdeckt werden will. Ihr dürft mit mir gespannt sein, was sich in der nächsten Zeit noch alles so tun wird.

Es hat Sommer..

Good Morning!
An solchen Tagen weiß ich warum ich am Wasser lebe. Der Ammersee im Fünfseenland hat bereits Badetemperatur, darum verlege ich die “Coachingzone” nun kurzerhand nach Draußen. Ich freue mich sehr auf meine Gäste und einen regen Austausch in diesem Sommer. Inklusive: Baden, Picknick, und kühlen Drinks. Weitere Infos findet ihr hier:  http://blog.thorstenrother.com/2016/11/05/der-workshop

Was Neues

Wie bereits angekündigt endet die Story meines Blogs “Stunde Null” zum Spätsommer diesen Jahres. Happy End? Mission “aus-behäbigem-Dampfer-wird-wendiges-Speedboot” accomplished? Definitiv ja. Verglichen mit einem Bergaufstieg liegen die allerletzten Schritte zwar noch vor mir, aber die Aussicht lässt sich auch schon vor dem Gipfelkreuz genießen. So spannend der Weg dorthin war, er ist erzählt. Und wie beim Bergsteigen auch, oben ist die ganze Quälerei, Mühe, Arbeit vergessen und es wird der nächste Gipfel ausgesucht.

Ich freue mich, wenn Ihr mir weiterhin auf meiner Reise folgt. Ich werde die spannenden Geschichten aus dem Leben eines Fotografen erzählen und die Sehnsucht nach dieser „art of living“ für Euch bildlich festhalten.
THE IDEA OF PHOTOGRAPHY, so heißt das neue Projekt – eine Dokumentar-Filmreihe. Die 1. Staffel umfasst 5 Folgen. Eine Episode wird eine Länge von jeweils 20-25 Minuten haben. Jede Folge wird mich zu einer Reise an einen neuen, spannenden Ort aufbrechen lassen. Immer mit dem Ziel eine ganz bestimmte Fotostrecke einzufangen. Ihr erlebt aus erster Hand mit, wie ein fotografisches Projekt entsteht und sich entwickelt. Was alles daran hängt und welche kleinen oder größeren Dramen sich auf so einer Reise abspielen, um die perfekten Bilder zu bekommen. Es ist eine sehr ehrliche, aber nicht minder elegante Hommage an die Fotografie. An das Lebensgefühl des Fotografen in seiner ursprünglichen Form. Den Pilotfilm zeigen wir im Herbst 2017 kostenfrei auf einem eigenen Vimeo Kanal.

To give you an idea of our idea zeigen wir Euch heute den eigens produzierten Maintitel (Intro) der Serie. Wir hoffen, Ihr habt genauso Bock drauf wie wir und unterstützt uns bei dem Projekt mit vielen views, likes und comments. Damit für dieses Projekt gilt: To be continued.

in progress

Letzte Woche habe ich mal wieder eine Kampagne geshootet. Der Auftrag kam ganz klassisch von einer Werbeagentur und hatte nichts mit meiner Tätigkeit als Markenbotschafter zu tun. Langweilig? Mitnichten. Es gibt einiges zu berichten, was uns Hoffnung machen sollte.

Was habe ich Richtung Aufträge überhaupt noch unternommen? Aktiv habe ich mich seit Beginn meiner Neuausrichtung bei keiner Werbeagentur mehr ins Gespräch gebracht – keine Newsletter verschickt, keine Geschenke gemacht und auch keine Platzierungen in “Bezahlbüchern” mehr gebucht. Also praktisch nichts. Vor 2 Monaten kam der Anruf von einer Agentur mit der Absicht „mal vorzufühlen“. Schließlich höre ja man grade so viel Irritierendes. Zugegeben etwas amüsiert, war ich gespannt, was der tatsächliche Anlass des sehr freundlichen Gesprächs war, das sich entwickelte. Nun, wir waren uns nicht fremd. Ich hatte für den Kunden der Agentur bereits vor einiger Zeit eine Kampagne geschossen und eben dieser würde sich freuen, wenn ich diese im selben Setup weiterführen würde. Da es sich um einen People-Job mit Portrait-Fokus handelte war das für mich absolut fein.

Auf meine Daylight Anmutung zu wechseln, konnte ich an dieser Stelle vom Kunden nicht erwarten. Es wäre mit dem Ziel, die erste Kampagne weiterzuführen, nicht vereinbar gewesen. Von daher: Studio und Rent Light (Blitz). Neu hingegen waren für die Agentur meine etwas überarbeiteten Modalitäten: mein Honorar, 100% der Fremdkosten (eine Woche vor Auftragsbeginn), 50% vom Fotografenhonorar (eine Woche vor Auftragsbeginn), keine Supervision und keine Postproduktion. Zum letzten Punkt ist noch zu sagen, dass ich nur noch Postproduktionen begleite oder durchführe, die meiner Ausrichtung vollkommen entsprechen. Bei allen anderen Wünschen sperre ich mich nicht gegen die Weiterbearbeitung durch Dritte, jedoch endet für mich der Job nach dem Shooting mit Übergabe der Daten. Das ist auch nicht verhandelbar. Beauty-Retuschen kann man machen, interessieren mich aber persönlich nicht und von daher hat keine der beiden Seiten etwas von meinem Zutun.

Was soll ich sagen, die Bedingungen wurden akzeptiert und ausnahmslos erfüllt. Anstatt großem Hin und Her gab es eine wunderbare Produktion in Berlin, die wie am Schnürchen lief. Das sind tolle Nachrichten. Wurde mir doch 6 Jahre lang das komplette Gegenteil eingeredet: “So etwas ist nicht möglich und beruflicher Selbstmord, Thorsten!”. Den „Ratgebern“ von damals kann ich nur wünschen, dass sie mittlerweile begonnen haben ihre Einstellung und Sichtweise zu vielen Dingen einem erneuten Prüfstand zu unterziehen. Ich befürchte allerdings, solche status-quo-Berichte wie dieser schüren eher Zorn und Missgunst gefolgt von Einwänden á la „das war jetzt ja nur ein Job“… Guter Punkt. Ohne zu viel zu spoilern: Der nächste Kampagnen-Job ist schon in der Tasche. Der Kunde möchte zu 100% meine neue Daylight-Ausrichtung für seine Motive haben, weshalb ich hier auch die Post begleiten werde. Darüber hinaus tut sich nun auch etwas im Editorial Bereich (dazu aber demnächst mehr in einem weiterem Blogeintrag).

Meine Neugier, immer mal wieder nachzuschauen, wie es dem alten (und meiner Meinung nach sicher sinkenden) Schiff, welches ich verlassen habe, ergeht, dürfte nachvollziehbar sein. Nur sehen kann ich bis dato nichts. Aber vielleicht gilt auch hier: Kein Zeichen ist auch ein Zeichen- wenn auch in diesem Zusammenhang wahrlich kein Gutes.

Mein persönliches Learning zusammengefasst: es lohnt sich immer eine klare Haltung zu haben und diese freundlich aber deutlich zu vertreten. Besonders schön finde ich es auch, nicht mehr nur auf Werbung festgenagelt zu werden. Sicher ist nach wie vor alles noch etwas in der Schwebe, nichts ganz fix beschlossen und viele Ideen noch in der Warteschleife, wartend auf den Moment überhaupt erst „in progress“ zu kommen. Aber soll ich Euch was sagen? Ich glaube, genau in diesem, sich ständig änderndem, dauernd neu zu überdenkendem und nie ganz vollendeten Stadium, den für mich perfekten Zustand gefunden zu haben.

 

Ein spontaner Augenblick

Der Herr auf diesem Bild sprach mich in Mumbai an: “Ob ich ihn mal fotografieren wollen würde?” Nicht gegen Geld, er hätte einfach Lust darauf auf einem Foto festgehalten zu werden. Ich war doch etwas verwundert, zögerte aber nicht, und machte ein paar Schüsse von ihm. Klick! Danach bemerkte ich, dass sich mein neues 16mm f1,4 auf der Messsucher befand, nicht unbedingt meine 1. Wahl für Portraits, aber das Weitwinkel gibt dem Motiv eine ungewöhnliche Intimität. Diese kleinen Momente, die man als Fotograf auf Reisen erleben darf, sind für mich das Salz in der Suppe und treiben mich an.

DIE WÄSCHER VON FORT KOCHI

Hier war ich in einer Wasch-Kooperative unterwegs, in der die Wäsche von Privathaushalten und Hotels der gesamten Stadt noch von Hand gewaschen und gebügelt wird. Alleine das alte Bügeleisen, gefüllt mit glühenden Kokosnussschalen, wiegt 11kg und bedarf in der Bedienung enormer körperlicher Arbeit. Eine Waschmaschine ist in Indien alles andere als selbstverständlich und in der Anschaffung nur der absoluten Minderheit möglich. Die komplette Reportage findet ihr auf meiner Website: www.thorstenrother.com

Das Finale naht.

Klick! Ich habe wieder Spaß am fotografieren! Viel hat sich in den letzten 8 Monaten bei mir geändert, wie es dazu kam, ist hier in “Stunde Null” nachzulesen. Bis zu 7.000 Mitleser haben meine Blogeinträge verfolgt, dafür an dieser Stelle ein DANKESCHÖN – und nun folgt bis August das “Finale”.

Der Social-Media-Frühjahrsputz geht weiter

Am Wochenende werde ich mein Xing Profil löschen, auch diese Plattform bringt mir persönlich nichts, außer Arbeit. In den 10 Jahren wo ich dort mein Profil aktuell gehalten habe, ist dabei nicht ein nennenswerter Kontakt herausgekommen. Ein reines Datengrab. Ebenso verhält es sich mit LinkedIn, das kommt auch weg. Damit gibt es bei mir nur noch 4 Plattformen und Kanäle: Facebook, Instagram, Vimeo, Twitter.

Euch ein schönes Wochenende!

Ein Angebot an die schönen Magazine dieser Welt

1. Reportage: MARARI – a fisherman’s story
An einem Strandabschnitt im Süd-Westen Indiens hatte ich die Gelegenheit, Fischer bei ihrer Arbeit zu begleiten. Ein nahezu komplettes Dorf von ca. 100 Familien, die auf ihre ganz eigene, beeindruckend einfache Art und Weise ihren Weg gefunden haben, vom täglichen Fischfang mit kleinen 10-Mann-Booten ein verhältnismäßig gutes Leben zu führen. Keine arrangiertes Touristenfolklore also, sondern die tägliche Sicherung des Lebensunterhalts von bis zu 12 Personen pro Fischerfamilie. Die Menschen dort zu fotografieren ist grundsätzlich nicht einfach, sie begegnen Fremden sehr scheu, fast schon misstrauisch. Das tägliche Herantasten von mehr als einer Woche in Kombination mit meiner leisen Messsucherkamera ermöglichte mir jedoch ihnen sehr nahe zu kommen. Zu dieser Reportage existiert auch Filmmaterial in 4K.

2. Reportage: DIE WÄSCHER von Fort Kochi
Hier war ich in einer Wasch-Kooperative unterwegs, in der die Wäsche von Privathaushalten und Hotels der gesamten Stadt noch von Hand gewaschen und gebügelt wird. Alleine das alte Bügeleisen, gefüllt mit glühenden Kokosnussschalen, wiegt 11kg und bedarf in der Bedienung enormer körperlicher Arbeit. Eine Waschmaschine ist in Indien alles andere als selbstverständlich und in der Anschaffung nur der absoluten Minderheit möglich. Zu dieser Reportage existiert auch Filmmaterial in 4K.

1. Reise-Essay: Fort Kochi – Ansichten des alten Stadtkerns. Zu diesem Essay existiert auch Filmmaterial in 4K.

2. Reise-Essay: Mumbai – Ansichten einer Stadt. Zu diesem Essay existiert auch Filmmaterial in 4K.

Momentan sind die Motive in der Bildbearbeitung und werden zu Mitte/Ende Mai fertiggestellt sein. Meldet Euch gerne bei mir, wenn ihr sie sichten möchtet – die klare Intention sie zu veröffentlichen vorausgesetzt.

Liebe Facebook-Kontakte

Es ist höchste Zeit für den Frühjahrs-Facebook-Putz!

1. Mein privater Account zählt bereits 5000 Kontakte oder „Freunde“, wie es Facebook nennt. In meinem Fall machen Kollegen und Interessierte den Großteil dieser „Freunde“ aus, wobei Freunde per meiner persönlichen Definition die absolute Minderheit sind. Wie auch immer: Mehr als 5000 was-auch-immer sind von FB nicht zugelassen und können von mir nicht angenommen werden. Facebook empfiehlt deshalb eine “Fanpage” einzurichten. Allein an der Bezeichnung störe mich, da ich mich ja mit den meisten Kollegen hier auf Augenhöhe bewege. Dazu kommt noch, dass diese zweite Seite recht zäh läuft, also nicht wirklich angenommen wird, jedoch von mir zusätzlich bestückt und verwaltet werden will. Summa summarum also ein schlechter Deal – die Fanpage wird in den nächsten Tagen gelöscht. Alle Veröffentlichungen oder Postings von mir laufen auf dem normalen Account wie gewohnt weiter.

2. Die sogenannten „Schläfer“ unter den 5000 Kontakten werde ich herausfiltern und als Kontakt löschen, damit es wieder Platz gibt für Menschen, die sich aus Gründen des Austausches oder Interesses für meine Arbeit verbinden möchten.

3. Bitte nutzt die Möglichkeit mein Profil zu abonnieren, falls ich aufgrund der Begrenzung Eure Anfrage nicht annehmen kann und ihr an meiner Arbeit interessiert seid. Da ich mein Profil nicht privat, sondern öffentlich nutze, bekommt ihr Updates zu meinen neuesten Bildern und anderen Projekten genauso angezeigt wie alle anderen Kontakte… äh, Freunde natürlich.

Herzlich Thorsten

“Headshots”

Einige von Euch, sind bestimmt gespannt darauf zu erfahren was ich nun statt der Autofotografie, und zusätzlich zu meinen Reportagen + Essays noch machen werde. Es sind sogenannte “Headshots” einsetzbar für Cover, Aufmacher oder für Citylights. Eine tolle Ergänzung zu meiner bisherigen Neuausrichtung, deshalb auch das neue Motto: Portraits & Stories.

Fujifilm hat mich bei diesem Prozess begleitet. Verwirklicht habe ich die neuen Arbeiten mit der GFX 50s und dem nagelneuen GF110mm F2. Dabei ist ein kleiner Film entstanden. Die Bildstrecke mit allen “Köpfen” gibt es nächster Woche auf meiner HP zu sehen. Ich bedanke mich noch mal für die tolle Zusammenarbeit mit Fujifilm Deutschland, es macht wirklich Spaß mit euch zusammen etwas auf die Beine zustellen.

Portraits & Stories

Bye bye Indien, wir sehen uns bald wieder!

Im Gepäck gut verstaut, sind: ca. 4000 Fotos – 2 Fotoreportagen, 2 Reise-Essay´s und das komplette Footage für die Pilotfolge unserer Dokumentarserie. Nun wartet viel Arbeit auf mich, die neuen Bildstrecken müssen editiert und bearbeitet werden, damit der Umbau des Portfolios zu Mitte Mai finalisiert ist. Die Neuausrichtung nach meiner “Stunde Null” im August 2016, ist damit fast abgeschlossen. Ich stehe nun für: Portraits & Stories.

Marari Beach

Aus dem Hochland zurück nach Marari Beach – dort werde ich nun meine Reportage: Fisherman’s Story zu Ende bringen und auch ein paar Einstellungen für den Piloten der Dokumentationsserie gilt es noch einzufangen. Es ist eine so schöne und interessante Gegend, dass es sich definitiv lohnen würde, eine fotografische Exkursion hierher anzubieten. Ihr könnt ja mal schreiben, was ihr davon haltet und ob Ihr generell Interesse habt.

Alles umsonst?

Immer wieder ist die Frage Gegenstand von Diskussionen. Ob digital in FB-Gruppen oder analog zwischen dem Flying-Buffet auf Branchentreffen. Ich würde zwar noch nicht so weit gehen wollen, zu behaupten, dass wir wirklich schon für lau arbeiten, aber auch in meinem Bereich der Berufsfotografie merkt man sehr deutlich, dass die “Umsonst-Mentalität” auf dem Vormarsch ist.

To give you an idea: Für einen bekannten Brillenhersteller habe ich in mehreren aufeinanderfolgenden Jahren die weltweite Jahreskampagne geschossen. Planung und Organisation des Shootings verlief über 2 Wochen generalstabmäßig; dem Zufall sollte wirklich rein gar nichts überlassen werden. Workload in der verfügbaren Zeit war knackig, aber machbar. Nur eine Kleinigkeit wurde wohl vergessen zu erwähnen. Es gab nicht nur den vereinbarten Koffer der Modelle der offiziellen Kollektion zu fotografieren, sondern einen weiteren – mit den inoffiziellen Sondermodellen. Die sollen doch bitte, wenn möglich, auch noch mit fotografiert werden. Im ersten Jahr haben wir dafür eine sehr gute Regelung gefunden: Zuerst wurde die offizielle Kollektion „verarztet“, wenn dann noch Zeit blieb, habe ich noch ein oder zwei Modelle extra geschossen. So passte es für Hersteller, Agentur und mich. Win-Win at its best sollte man meinen – entpuppte sich jedoch leider als Trugschluss.

Im zweiten Jahr hatte sich der Hersteller und die Agentur etwas Neues einfallen lassen. Zwar gab es da auch wieder zwei Köfferchen – einmal den offiziellen und einmal den inoffiziellen. Neu war jedoch, dass mir dieses Mal der inoffizielle Koffer mit den Sondermodellen nicht nach, sondern während der offiziellen Kollektion „untergejubelt“ wurde. Die Absicht war klar: man versuchte so noch mehr Modelle, die nicht im KVA definiert waren, abgelichtet zu bekommen (das deutsche Strafrecht nennt das meines Unwissens nach Erschleichen von Leistungen). Hier war dann auch genau der Moment, in dem ich im Shooting intervenieren musste, um nicht Gefahr zu laufen, das offiziell vereinbarte Pensum nicht zu schaffen. Da wir in einer Location maßgeblich abhängig von Tageslicht arbeiteten, war auch mit Overtime nichts zu machen.

Und hier liegt doch die Crux: Hätte ich nichts gesagt, das offizielle Pensum dann nicht geschafft, hätte man mich gefragt, warum ich nicht darauf hingewiesen hätte und meine Rechnung gekürzt. Nun, wo ich dies getan habe, war ich natürlich der Fotograf, der unkooperativ ist und mit dem man nicht zusammenarbeiten kann. Ihr merkt, an diesem Punkt kann der Fotograf -mögen die Kommunikationsskills noch so gut sein -nur verlieren. Ein schönes Praxisbeispiel für “umsonst arbeiten” und wie einem das wunderbar um die Ohren fliegen kann.

Der Fehler lag selbstverständlich bereits in meinem Entgegenkommen im ersten Jahr. Heute, 6 Jahre später, würde ich das nicht einmal mehr in Erwägung ziehen – es wird das umgesetzt, was im KVA als Leistung klar definiert wurde, nicht mehr und nicht weniger. Die Hersteller, Marken und Konzerne werden es verkraften mich normal zu bezahlen – schließlich kaufe ich mir meine Dinge auch zum regulären Kurs und verlange bei einem Paar Sneakers nicht ein zweites für umme dazu.

Was nichts kostet, ist bekanntlich auch nichts wert. Spiegelt sich im Preis für eine Arbeit und Dienstleistungen doch so viel mehr wider als nur die Knappheit eines Gutes – die Wertschätzung der Leistungsempfänger.

Wer sich für das Thema: „Alles umsonst?“ interessiert und wissen möchte, wie man dem selbstbewusst entgegentreten kann, hat die Möglichkeit mich diesen Sommer auf einem Symposium der FFA zu treffen. Ich werde dort als Gastredner meinen Standpunkt erläutern und anschließend mit anderen Branchengrößen diskutieren.

Praktikum / Foto & Film

Zum 1. Juni suche ich für 3 Monate einen Praktikanten, mit Schwerpunkt: Foto & Film.

Du solltest schonmal ein Fotoapparat mit Filmfunktion bedient haben, einen Führerschein besitzen, und etwas Vorkenntnisse in Photoshop wären auch nicht schlecht. Vorallem ist es wichtig 3 Monate Zeit und Lust mitzubringen. Ich bin zwar für jeden groben Unfug zu haben, dennoch mag ich es wenn Leute zuverlässig und loyal sind.

Du hast Interesse? Dann schreib mir, warum Du für mich arbeiten willst und schick das ganze mit einem Lebenslauf (PDF) an: tr@thorstenrother.com

Vimeo

Eine weitere wichtige Entscheidung ist gefallen: unsere Serie “the idea of photography” wird auf Vimeo gestreamt – und damit für Euch ohne Werbung verfügbar sein. Unter anderem war das qualitativ hochwertigere Angebot auf Vimeo ein ausschlaggebender Punkt für uns, diese Plattform zu wählen. „Klasse statt Masse“ das Credo.

Auch möchten wir einen wahrnehmbaren Gegenpol zu den zahlreichen fotografischen Tutorial- und Workshop-Kanälen setzen und haben uns daher bewusst für die Unabhängigkeit von Klick-, Play- oder Abonnentenzahlen entschieden. Das Hosting der Serie finanzieren wir selbst und setzen darauf, dass sich ausreichend Interessenten und Unterstützer finden, die heiß darauf sind so eine Serie sehen zu wollen. Die HD Version wird kostenfrei auf einem eigenen Vimeo Kanal zu sehen sein; wer die Serie in 4K genießen möchte, kann die Folgen zu einem fairen Preis auf Vimeo On Demand zum leihen oder kaufen herunterladen.

Es gibt einen Moment, da muss man sich entscheiden!

Es gibt einen Moment, da muss man sich entscheiden! “Die Autofotografie endet heute für mich” – so die offizielle Bekanntgabe Ende letzter Woche über meine Social-Media-Kanäle. Hat die Nachricht öffentlich doch nur verhalten für Reaktionen gesorgt, erreichten mich komischerweise umso mehr Nachrichten auf direktem Wege. Stirnrunzeln, Fragezeichen, aber auch Verständnis und jede Menge Fragen – hier ein paar Antworten.

 

Warum gibst Du genau diesen Bereich der Fotografie auf?

1.Die klassische Autofotografie als solches gibt es kaum noch und wie ich schon öfters geschrieben habe, mag ich keine CGI Arbeiten. CGI hat seine Berechtigung, stellt für mich persönlich aber keine fotografische Leistung dar. Vielmehr ist es eine reine Postarbeit, bei der man als Fotograf eher gefühlt wie ein dressiertes Äffchen mit einem Latte macchiato neben dem Bildbearbeiter sitzt. 2. Die Ergebnisse in der aktuellen Autofotografie langweilen mich, da absolut austauschbar. 3. In keinem Bereich der Auftragsfotografie reden so viele Leute mit – für meinen Geschmack eindeutig  zu viele. 4. Die heutigen Jobs sind überwiegend viel zu schlecht bezahlt. 

 

Was willst Du stattdessen machen?

Meine jetzige Fotografie, eine Mischung aus Reportage, People, Portrait und Reise entspricht genau meiner „Idee von Fotografie“: alles in allem sehr frei und mit natürlichem Licht. Vieles entsteht spontan – und bietet so noch Platz für etwas “Gesteuertes”, gerade im Bereich Portrait. Es wird meine neue Ausrichtung vervollständigen und ergänzen. Ein Spannungsbogen. Mehr möchte ich noch nicht vorwegnehmen. Fortsetzung folgt bald in der Dokumentarserie “the idea of photography”.

 

Warum kündigst Du das so offensiv an? Man könnte es doch auch einfach auslaufen lassen? 

Gegenfrage: Warum sollte ich das nicht tun? Es ergibt für mich absolut keinen Sinn, mich darüber auszuschweigen. Im Gegenteil: ich sehe ausschließlich Vorteile in der offensiven Herangehensweise und der daraus folgenden Tatsache, dass der Markt möglichst schnell mitbekommt, dass ich diesen Bereich nicht länger bedienen will und etwas Neues folgen wird. Klare und konsequente Kommunikation gehören zu meinem Arbeitsstil und schaffen Platz in den Köpfen für mein neues fotografisches Thema.

 

Wirst Du nie mehr Autos fotografieren?

Sag niemals nie. Aber Stand heute habe ich das definitiv nicht vor. Spezielles, wie z. B. Reportagen, in denen das Auto nur ein Teil der Bildstrecke ist, finde ich noch immer spannend. Motorsport, in dem auch der Mensch oder Fahrer als Charakter selbst im Fokus steht, finde ich nach wie vor sehr interessant. Als Autofotograf kann ich damit jedoch nicht mehr durchgehen. Daher wird es auch keine neuen freien Portfolioarbeiten mehr zu dem Thema geben.  

OVER

Die Autofotografie endet heute für mich! Ab sofort nehme ich keine Aufträge mehr zu dem Thema an. Spezielles, wie z. B. Reportagen, wo das Auto ein Teil der Bildstrecke ist, sehr gerne. Mehr dazu demnächst hier auf dem Blog. Es wird etwas Neues geben 🙂

 

 

Offiziell

Es freut mich sehr, das Fujifilm unser Serien-Projekt unterstützen wird, dadurch ist es möglich das die Pilotfolge schneller wie angedacht fertig wird. Wir schätzen kurz vor Pfingsten 2017 nun als realistischen Zeitpunkt ein. Allen Interessierten wünschen wir ein schönes Wochenende! Wir starten ab Samstag die Dreharbeiten zum Maintitel, erste Station wird Berlin sein.

THE IDEA OF PHOTOGRAPHY

THE IDEA OF PHOTOGRAPHY, so heißt unser neuestes Projekt. Es ist eine Dokumentar-Filmreihe in anspruchsvoll gehobener Bildsprache. „Through the eyes of Thorsten Rother“ werden die spannenden Geschichten aus dem Leben eines Fotografen erzählt und die Sehnsucht nach dieser „art of living“. Die 1. Staffel umfasst 6 Folgen. Eine Episode wird eine Länge von jeweils 20-25 Minuten haben und verfügt über einen eigens entworfenen Maintitel mit Soundtrack.

Jede Folge wird mich zu einer Reise an einen neuen interessanten Ort aufbrechen lassen. Jedes Mal mit dem Ziel eine ganz bestimmte Fotostrecke einzufangen. Somit ist es keine Webreihe, in der ein Fotograf nur von links nach rechts durchs Bild läuft oder über neue Kameras sinniert. Der Zuschauer erlebt vielmehr aus erster Hand mit, wie ein fotografisches Projekt vonstattengeht. Was alles daran hängt und welche kleinen oder größeren Dramen sich auf so einer Reise abspielen, um die perfekten Bilder zu bekommen. Es ist eine sehr ehrliche aber nicht minder elegante Hommage an die Fotografie. An das Lebensgefühl. Der Pilotfilm soll ab Herbst 2017 zu sehen sein und bekommt dafür einen eigenen Kanal.

www.facebook.com/theideaofphotography

Modelle gesucht!

Suche für kleine Shootings, die sich aber regelmäßig in gewissen Abständen im Jahr wiederholen (in unterschiedlichen Städten), Modelle Vorort. Ein Shooting dauert in der Regeln nicht länger wie ca.1 Stunde, die Motive werden für meine HP, Instagram und redaktionelle Beiträge in Verbindung mit meiner Person genutzt. Das Honorar liegt bei 250 Euro, gegen Rechnung. Die ersten Termine wären am: 03.03. in München und am 08.03 in Freiburg. Wenn Du Interesse hast, melde Dich gerne. www.thorstenrother.com

Update: Die Jobs sind vergeben!

Fujifilm GFX Experience 2017

 

Hier nun die Ergebnisse, die ich für Fujifilm mit der neuen GFX 50s geschossen habe. GFX mit Festbrennweite 63mm/f2,8 ISO 400. Wenn ihr Fragen zu der neuen Kamera oder den Motiven haben solltet, hinterlasst gerne einen Kommentar.

Erwähnen möchte ich noch, auch bei diesem Job wurde wir voll organisiert durch eine Produktions Firma, und hatte so keinen strangulierenden Stress im Vorfeld mit der Vorbereitung. Liebe Kollegen, ihr seht, es geht also doch! Mein früherer Agent hatte ja fast schon religiös Stein und Bein geschworen: So etwas ist nicht durchsetzbar. Tja, kommt darauf an wie man sich verkauft, und mit welchen Kunden man zusammen arbeitet. Auch das komplette Team war durch diesen Ablauf viel entspannter bei der Sache. Alle Motive sind auf der Homepage zu sehen: www.thorstenrother.com

Photographer: Thorsten Rother
Client: Fujifilm Europe
Magazine: X Photographer Magazine
Project: GFX Experience 2017
Production: Marie Bretschneider / Pure Perfection
Post Production: Rolf Wöhrle
Digi OP: Silje Paul
Assistentin: Ruth Kobbe
Model: Sarah Lorrain / together casting
Location: Louwman Museum, Den Haag, Niederlande

Nachts um 2

Das noch junge Jahr 2017 ist gut zu mir. Es fühlt sich nach Aufbruch an, jedoch weniger kämpferisch. Die Dinge fliegen mir momentan eher zu als dass ich krampfhaft danach suche. Oder ist es einfach nur so, dass ich inzwischen grundsätzlich mit Weniger zufrieden bin? Nein, soweit würde ich dann doch nicht gehen wollen. Aber wer hat nicht schon mal die Erfahrung gemacht, dass eine gewisse Gelassenheit in Bezug auf das Erreichen eines gesteckten Ziels hilfreicher sein kann, als der unbedingte Wille. Man sucht fieberhaft einen neuen Job und schreibt Bewerbungen, nichts tut sich und sobald man nicht mehr seine Hauptenergie darauf v(ersch)wendet und das Zepter nur ein bisschen aus der Hand gibt, kommt ein Angebot um die Ecke, dass man sich selbst besser nicht hätte backen können. „As soon as you stop wanting something, you get it“ soll Andy Warhol mal gesagt haben. Und auch, wenn bei mir solche Weisheiten im besten Falle in die Kategorie „schlauer Kalenderspruch“ verbucht werden, ist mir diese im Gedächtnis geblieben. Je größer die Verbissenheit hinter einem bestimmten Ziel, desto schwieriger und vielleicht sogar unwahrscheinlicher die Erreichung. Also einfach mal das Gas etwas rausnehmen, entspannt zurücklehnen und die Dinge auch mal passieren lassen.

Ein kleiner Drink, ruhige Musik, gedämpftes Licht, der Kopf voller Ideen. Ich weiß jetzt um den wahren Wert meiner neu gewonnene Freiheit. Anfangs konnte ich es noch nicht so recht füllen oder sagen wir glauben. Zu stark waren die Umwälzungen zu dem Zeitpunkt. Aber jetzt.

Gerade genieße ich diese ganz besondere Stimmung, wenn ich hier nachts um 2 Uhr sitze und diesen Beitrag schreib während mein kleiner Sohn drüben im Schlafzimmer ruhig und fest in Papas Bett schläft. Zu seinem Geburtstag vor ein paar Tagen hat er sich eine (Kinder-)Fotokamera gewünscht. Diesen Wunsch unerfüllt lassen? Unmöglich. Gestern waren wir dann den ganzen Tag unterwegs, um Fotos zu machen.

Die Mitleser des Blogs wissen, dass ich viel umgestellt sowie den Großteil meines Equipments verkauft habe. Die bewusste Reduktion aufs Wesentliche hat gut getan. Viel mehr noch: sie hat dazu geführt, dass meine Überlegungen inzwischen sogar noch weiter in die Richtung gehen. Abschaffen von Besitz, der nur besitzt, aber nicht nützt. Klar, so eine Designerledercouch ist schon was Schickes, teure Armbanduhren schöne Schmuckstücke und ein SUV in der Tiefgarage vermeintlich das, was viele Männer (zu) brauchen (meinen). Von Letzterem habe ich mich bereits im letzten Jahr glücklich getrennt. Das alles muss ich ja nicht heute Nacht entscheiden, aber die Tendenz sich auch im Privaten zu verschlanken, ist deutlich spürbar. Nicht, weil ich das wirtschaftlich muss, aber für mich sind diese Sachen im Moment eher ein Anker. Nicht mehr als die Symbole einer Zeit, die zwar auch von meinem Erfolg als Fotograf zeugen, aber mich als Person doch eher „missrepräsentieren“.

Aber Dinge ändern sich, und nein, ich habe keine Lebenskrise (im Gegenteil, ich bin so klar wie noch nie) und werde es auch sicher nicht bereuen meinen teuren und überflüssigen Kram abzugeben. Stattdessen will ich mehr reisen, erleben, treffen, spontan sein – ist es doch das, was das Leben ausmacht! Und genau das möchte ich fotografieren. Ob klassischer Job, freie Arbeit, Tätigkeiten als Influencer oder Markenbotschafter ist nicht wichtig. Aktuell bekomme ich viele Anfragen und auch die Jobs sind wieder da. Man staune, alles zu fairen Konditionen. Ich prüfe aber sehr genau, was ich davon annehme und zu mir passt; den Rest sage ich ab.

So laufen im Hintergrund die Kalkulationen für einen fetten Werbejob genauso wie für ein ganz kleines Editorial. Was davon dann tatsächlich als Auftrag zustande kommt, kann man in der KVA-Phase nie genau sagen. Davon lasse ich mich nicht weiter verrückt machen und lese mich stattdessen lieber weiter in meine Indien-Exkursion ein. Meinen neuen pacsafe habe ich Euch ja schon zwei Einträge früher gezeigt. Und ja, es ist ein kleiner Influencer-Deal. Was jedoch nicht der Tatsache widerspricht, dass ich das Produkt wirklich gut finde und mich darauf freue, es auf der Reise zu testen und bei anderen Unternehmungen einzusetzen.

Viele Kollegen oder Interessierte fragen mich, jetzt (wo es funktioniert) oft, wie man an solche Partnerschaften rankommt. Die Antwort ist erdenklich einfach: man wird angesprochen. Dabei ist von enormem Vorteil, wenn man als Person und was man macht einen Wert für den entsprechenden (Werbe-) Partner hat und diesen in welcher Form auch immer einbringen kann. Die Firmen anzuschreiben hilft also nichts, ganz im Gegenteil. Die Nummer á la „ich war auf Reisen und habe ein paar Bilder mit der Kamera XY gemacht“ ist mehr als inflationär und nun wirklich nichts Neues, sondern gibt es solange wie den Fotoapparat selbst. Ich für meinen Teil behalte weiterhin oben genannten Kalenderspruch im Hinterkopf und bleib tiefenentspannt. Und werde es jetzt meinem Kleinen gleichtun.

Gute Nacht.

Bald gehts wieder los!

 

Was ist in meiner Tasche (anti-theft) mit dabei, für jede Reise oder Auftrag kommt etwas anderes mit. Von daher gebe ich euch ab jetzt, immer wieder Mal einen kleinen Einblick was ich einpacke.

Und an dieser Stelle nicht zu vergessen: Wer mich gerne buchen und einfliegen lassen möchte, für Begleitungen, Portraits, Reportagen und anderes interessantes Zeugs -immer gerne!  Werbliche Anfragen bitte direkt an meine Agentin. Editorials, Sponsoring oder Angebote für Marken Partnerschaften gehen direkt an mich.

Interview

Es gab ein bisschen Aufmerksamkeit, wie schon im Dezember auf meinem Blog erwähnt, gab ich dem Magazin PhotoPresse ein längeres Interview. Nachzulesen in der neuen Ausgabe am Kiosk. Vielen Dank noch mal für die Möglichkeit sich zu äußern und den schön gewählten Titel. Nächsten Monat dann ein weiteres Interview in der ProfiPhoto.

Morgens in Holland

Das erste Motiv aus der Bildserie die ich mit der neuen “Fujifilm GFX 50s” geschossen habe. Ein tolles Werkzeug für meine Art der Fotografie. Wir bemühen uns die Serie so schnell wie möglich fertig zu stellen. Dazu schreibe ich in den nächsten Tagen noch einen Blogeintrag.

FUJI GFX + FUJINON GF 63mm F2.8 R WR
Das Motiv entstand in Holland bei Den Haag

GFX is calling

Seit ein paar Tagen ist es raus: Die FUJIFILM GFX 50S wurde offiziell angekündigt und betritt ab Februar die Bühne. Ich hatte die Möglichkeit die Kamera im Vorfeld auszuprobieren und stellte schnell fest, dass sie meiner Arbeitsweise sehr entgegenkommt. In früheren Zeiten habe ich oft aufgestöhnt, wenn ich aufgrund der benötigen Auflösung für einen Job mit einer Mittelformat arbeiten musste. Zu behäbig und statisch war der Ablauf, offenblendiges Arbeiten etwa aus der Hand war eine gruselige Sache, die beim Digital Operator Schweißausbrüche und Schnappatmung verursachten.

Diese Zeiten sind jetzt Geschichte. Und so kam beim Testen nach erster Skepsis große Freude auf. Für MF hat sie einen sehr schnellen Autofokus, ist kompakter als eine Vollformat DSLR, staub- und wettergeschützt. Das zeigt klar, wo die Stärken dieses Arbeitsgeräts liegen: der mobile und schnelle Einsatz, auch unter schwierigen Bedingungen, sind nun problemlos möglich. Ein klarer Mehrwert, den ich definitiv für meine Arbeit nutzen werde.

Ich freue mich sehr darauf, ab morgen die europäische Marktvorstellung der GFX mit meinem Team in der Nähe von Amsterdam zu begleiten. Getreu dem Motto „Reden ist Silber, Machen ist Gold“ werde ich nicht nur repräsentieren, sondern vor Ort auch eine Strecke mit der GFX shooten. Ergebnisse findet Ihr in Kürze hier.

Inkognito

Einige von euch haben ja mitbekommen, dass ich im letzten Spätherbst in Palma unterwegs war. Dort konnte ich für Fujifilm schon mit der neue X100F fotografieren. Die kleine und unauffällig Kamera -allerdings mit hoher Auflösung -hat in meiner Tasche nun einen festen Platz. Ich setze sie überwiegend bei Reportagen, Reise-, und Streetthemen ein. Überall, wo man als Profi unerkannt bleiben möchte, ist sie einfach toll – im Straßenbild nehmen die Menschen mich als gewöhnlichen Touristen wahr. Abgesehen davon mag ich dieses „Versteckspiel“ sehr gerne 😉

Entstanden ist eine Fotostrecke im schönen Schwarz/Weiß-Acros-Look für die Influencer Kampagne der X100F. Hier ein kleiner Auszug, die komplette Strecke findet ihr auf meiner Website:

 www.thorstenrother.com

 

Erste Arbeit in 2017

Aufgenommen habe ich die Motive auf einer Marokko Reise bei einem Tankstop in der Wüste. Auf mich hat der Ort so “unwirklich und künstlich” gewirkt, das ich den Fahrer bat noch eine Weile zu bleiben, damit ich die Station in Bildern festhalten konnte. Draußen hatte es über 40 Grad, und so spazierte ich mit einer Dose eiskalter Cola und meiner Rangefinder herum und suchte die passenden Winkel. www.thorstenrother.com

Gesucht ist ein Assistent/in mit etwas Filmerfahrung!

Hallo Zusammen, hier wäre mal wieder ein Job zu vergeben: Gesucht ist ein Assistent/in (ab München) der ein wenig am Set für ein”making of” mit-filmt . Etwas Filmerfahrung wäre gut, die Kamera-Ausrüstung wird gestellt. Der Job findet zum Monatsende statt und geht über 4 Tage. Bei Interesse bitte PN an mich.
www.thorstenrother.com
www.thorstenrother.tv
www.instagram.com/thorstenrother

Aussichten für 2017

2017 – ein entscheidendes Jahr. Wahrscheinlich nicht nur für mich, denn auch wenn wir von vielen ebenfalls etablierten Kollegen nur vermeintliches Schweigen vernehmen, fühlt man doch sehr deutlich, welcher Druck momentan in der werblichen Fotografie steckt. Laut Statistik gehöre ich mit meinem Tageshonorar zu den 4% der Kampagnen-Fotografen in Deutschland – ein kleiner elitärer Markt in dem sich spätestens im letzten Jahr viel getan hat. Oder sagen wir es noch deutlicher: dieser Markt löst sich auf.

Das hat mindestens 3 Gründe:

1. Es gibt ein Kampagnensterben in der Werbung.

2. Die Motive entstehen zunehmend mehr mit 3D oder CGI am Rechner, da liefern wir Fotografen nur noch Baumaterial.

3. Die jungen Fotografen, nennen wir sie (“Instagrammer”), sind klar auf dem Vormarsch und dringen immer weiter in den Markt vor.

Punkt 3 finde ich am interessantesten und stellt für mich als etablierten Fotograf die deutlichste Bedrohung da. Bedrohung deshalb, weil mir diese Fotografen deutliche Marktanteile abgenommen haben. Leider kennen sie sich geschäftlich wenig aus und Errungenschaften wie Buyouts und vernünftige Honorare werden leider größtenteils über Bord geworfen, um an die Jobs zu kommen. Das kann man finden wie man will, aber es ist nicht wegzudiskutieren und Realitäten sollten anerkannt werden, ansonsten kann man ihnen nicht begegnen: Nie war es einfacher Fotograf zu werden als heute. Und nie war es schwieriger als Fotograf sein Geld zu verdienen.

Für mich als “etablierter” Fotograf, der schon gute Zeiten mitnehmen konnte, geht es hier genauso um die berufliche Existenz wie bei vielen meiner Kollegen, die hauptsächlich in der Werbung tätig sind. 2017 werden einige von uns den Platz verlassen müssen, weil der Preiskampf nicht länger mit einer herkömmlichen Struktur durchzuhalten ist. Sie ist in den meisten Fällen von den heutigen Honoraren nicht mehr finanzierbar. Leasingverträge für die Mittelformatkameras werden platzen und Studiomieten werden nicht mehr bezahlt werden können. Sicher gibt es auch ein paar Ausnahmen, die von ihren Altkunden leben – aber auch hier werden die Einschläge näher kommen. Geht ein Altkunde von Bord wird man diesen nicht ersetzen können.

Ich selbst habe mich Ende des Sommers dazu entschieden noch einmal alles auf NULL zu setzen und meine persönliche Arbeitsstruktur weiterzuentwickeln. Nun ist es so weit ab Januar am Markt anzugreifen. Und wer glaubt, es wird kuschelig, der irrt gewaltig. Am Markt herrscht wie oben beschrieben ein derart harter Verdrängungswettbewerb, dass es nicht mehr nur ausreicht gute Bilder zu schießen. Sondern auch den Rotstift an den richtigen Stellen anzusetzen. Wie schon in einem anderen Artikel beschrieben werde ich in der ganzen Breite des Marktes (Editorial, Direktkunde, Werbung, Markenrepräsentanz, Dozententätigkeit, Beratungstätigkeit) der Fotografie fischen. Natürlich bedeutet das auch, dass ich verdrängen muss um erfolgreich zu sein.

Falls an der Stelle die Frage aufkommt: Warum tust Du Dich nicht mit Kollegen zusammen und versuchst gewisse Standards zu etablieren? Die Antwort ist denkbar einfach: wir Fotografen sind ein heillos zerstrittener Haufen Einzelkämpfer, von denen jeder für sich seine eigene Strategie verfolgt. Solange das so ist, bin ich leider gezwungen dies ebenfalls zu tun – ansonsten bleibe ich auf der Strecke.

Das wird nicht allen gefallen, aber man tut gut daran es sportlich zu sehen. Wir leben ja in einer Marktwirtschaft, deshalb z.B. auch die “Bahncard 100 Aktion für Redaktionen”. Mich kostet diese Maßnahme keinen Cent mehr in meinem Jahresetat – und genau darum geht es, für mich ist nur noch mein persönlicher Etat entscheidend. Ihr verschenkt an die Redaktionen womöglich Weihnachtsgeschenke oder macht eine Aussendung. Das kostet (nicht wenig) Geld. Von mir bekommen sie nichts, ist abgeschafft -aber für bestimmte Aufträge fahre ich fahrkostenfrei in 2017, was wiederum mein ganzjähriges “Weihnachtsgeschenk” ist. Gleiches gilt für die Kameraausrüstung, hier lautet die Devise ebenso „weniger ist mehr“. Dass ich mein neues Equipment weitgehend gesponsert bekam und daher keine Kosten mehr anfallen, war ein glücklicher Zufall, mit entstanden durch diesen Blog. Diesen Wettbewerbsvorteil werde ich natürlich einsetzen, um mich bei bestimmten Produktionen mit geringeren Produktionskosten durchzusetzen. Ich verliere so also kein Geld, nutze aber konsequent meine neuen Möglichkeiten.

Diejenigen, die jetzt glauben, ich mache nun Dumpingpreise, irren. Mein Tageshonorar (Werbung) werde ich extrem hoch, die Produktionskosten dafür extrem niedrig halten. Diese Kosten sind sowieso nur ein durchlaufende Posten und landen nicht in meiner Tasche, das Honorar schon. Sind wir doch mal ehrlich: wir “etablierten” Fotografen nehmen zu einem großen Teil viel zu viel Licht, Personal und Equipment mit zu einem Auftrag. „Diese Show braucht es!“, so ist es in unseren Köpfen verankert. Das Problem ist nur: die Show wird nicht mehr bezahlt – also weg damit! Genau hier kommt nun noch ein Vorteil gegenüber dem “Instagrammern” zum Tragen: Ich habe schon große Jobs gemacht und gezeigt, dass ich liefern kann, das muss ich am Markt nicht mehr beweisen. Darüber hinaus nimmt man mir ab, wenn ich sage: ich brauche nur das an Equipment für den Job. Punkt! Noch wichtiger ist, dass ich jedes Bild in meinem Portfolio reproduzieren kann, was ich bei den ganzen „authentischen Schnappschüssen“ der “jungen Wilden“ zu bezweifeln wage. Denn alles, was Du da draußen in Deiner Mappe zeigst, musst Du auch liefern können – und zwar auf Knopfdruck, wenn es drauf ankommt.

Es geht natürlich nicht nur um Geld. Vielmehr wird die neue Struktur mir helfen mehr Aufträge in meinem Sinne zu realisieren. Und sollte einmal ein Job dabei sein, der lukrativ ist, aber die Motive mir nicht wirklich gefallen, muss ich abwägen, ob ich ihn annehme. Nehmen wir an, ich tue das, so habe ich mit mir selbst die Vereinbarung getroffen, von dem erzielten Honorar eine tolle freie Strecke im Anschluss zu fotografieren. Quasi als Ausgleich.

Warum? Als Fotograf kannst Du Deine Zukunft nur sichern, indem Du zur Marke wirst, Deinen Nimbus kontinuierlich ausbaust und von den Kunden her breit aufgestellt bist. In Zukunft wird es immer wichtiger WER das Bild gemacht hat, wenn man von dem Ergebnis vernünftig leben möchte. Diese Herausforderung anzunehmen wird 2017 meine Aufgabe sein. Das ist alles andere als leicht, aber ich gehe es mit Spaß und Zuversicht an und: ich mag den Wettbewerb!

Besonders spannend finde ich die (neue) Tätigkeit als Markenrepräsentant. Eine derart faire geschäftliche Zusammenarbeit, von der Fotograf und Unternehmen gleichermaßen profitieren, ist gerade heutzutage äußerst selten. Und dabei ist authentisches Marketing so denkbar einfach: Ich bekomme das Werkzeug und gebe im Gegenzug das Endprodukt. Von dieser Zusammenarbeit werde ich im Januar und Februar einiges zeigen können. Die Termine der Einzelcoachings werde ich deutlich runterfahren, da ich nun die Zeit brauche mein Unterfangen umzusetzen. Und wie ich schon mal geschrieben hatte, sind sie für mich wirtschaftlich auch nicht interessant und von daher nicht erste Priorität.

Weitere Einschätzungen von mir zum jetzigen Stand in der Werbefotografie könnt ihr im Januar in der PhotoPresse und in der ProfiPhoto lesen, beiden Blättern habe ich ein Interview gegeben.

Kamera-Assistent ab München gesucht!

Kamera-Assistent / ab München gesucht!
Ich suchen zum 1. Februar 2017 einen neuen Kamera-Assistenten für meine “Bewegtbild Produktionen”. Du solltest gute, bis sehr gute Vorkenntnisse auf den gängigen Kamerasystemen besitzen, ein talentiertes Auge für den Bildaufbau mitbringen, und vor allem Lust, Freude sowie Neugierde auf den Job haben.
 
Die Zusammenarbeit ist auf freelancebasis, projektbezogen und gerne langfristig. Im neuen Jahr stehen bei mir einige Filmprojekte an, wo ich einen fähigen Mann oder Frau in meinem Team brauche. Ich biete ein professionelles Umfeld und interessante Jobs, wo Du Dich stark mit einbringen kannst.
 
Menschlich, pragmatisch, zuverlässig und kompetent – ist Trumpf!
Wenn Du also für mich arbeiten möchtest, schreib mir eine kleine Bewerbung mit Lebenslauf als PDF an: tr@thorstenrother.tv

Kampagnen-Motiv ohne Lizenz und Honorar.

WIR konnten heute einen Verstoß Dingfest machen wo eine bekannte Agentur bei mir ein Bild für eine Multimedia Kampagne seit Februar 2016 benutzt. Ich habe dazu nie eine Anfrage erhalten, oder einer Nutzung zugestimmt, noch bin ich dafür honoriert worden. Sollte man nicht glauben, aber es ist so. Nun muss ich der Sache auf den Grund gehen, den Namen der Agentur so wie den zuständigen AD, werde ich veröffentlichen sobald eine Äußerung seinerseits erfolgt ist. Man darf gespannt sein, egal was nun dabei raus kommt, die Nutzung möchte ich in jedem Falle honoriert haben.

Somit kann ich nur alle hier ermutigen sich diesbezüglich Jemanden an die Seite zu holen der solche Dinge im Web aufspürt!

 

Update:

*Ach schau an, jetzt ändern sie (vor 30 Minuten) an den Credits folgendes ///Layouts nur zur  Ideenpräsentation/// lassen das Motiv aber online! Als wenn es das jetzt besser machen würde.

*Seit heute Morgen haben sie nun alle Motive zu dieser “Kampagne” von der Seite genommen.

*Habe so eben das Mandat unterschrieben, und werde berichten was passiert.

*Daimler äußert sich über seine Agentur, das es keine Kampagne mit dem Motiv gab und die Verantwortung beim Texter liegt, der die Arbeiten aus-versehen online gestellt hat, es würde keine Rechtsverletzung vorliegen.

 

„if it doesn’t challenge you – it doesn’t change you“

Palma de Mallorca – das Reiseziel unzähliger Touristen stand auch auf meiner Liste in diesem Jahr. Was genau mich und meinen Assistenten Alexander erst vor kurzem dahin verschlagen hat, kann ich Euch heute erzählen: Fujifilm bot uns die Gelegenheit eine neue Kamera zu testen (das genaue Fabrikat darf ich leider nicht vor Markteinführung verraten). Darüber hinaus haben wir einen Film und eine Fotostrecke mit und über diese Kamera auf Mallorca produziert.

Äußerst spannend für mich dieses Mal: Ich war Testimonial und Regisseur zugleich – eine ganz neue (und durchaus nicht ganz leichte) Anforderung, sich selbst auch vor der Kamera zu beurteilen. Aber „if it doesn’t challenge you – it doesnt’t change you“ und ich wollte mich der Herausforderung stellen. Der Tenor des kleinen Imagefilms lautet: „Thorsten auf Reisen mit Kamera XY“. Dieser Spot und die dazugehörige Fotostrecke werden der neuen Kamera zur Markteinführung ein Gesicht geben.

Gefilmt haben wir das Ganze auf der neuen Fujifilm X-T2. Ich war sehr gespannt darauf, sie im Einsatz zu erleben und muss sagen, ich war überrascht. Fuji ist da ein sehr guter Wurf gelungen – das Filmbild direkt aus der Kamera hat meinen Qualitätsstandard auf jeden Fall bei weitem übertroffen. Besonders spannend fand ich es im Fuji-eigenen Acros-Filmsimulations-Modus zu drehen, welcher dem Footage direkt den Look der bekannten Fuji Acros-Filme verleiht. Ein benutzbares Grading hat man somit auch schon und – viel entscheidender – die Ergebnisse sind von eine Qualität, welcher es kaum noch Anpassung im Grading bedarf – wie wir gerade selbst im Schnitt feststellen. Die genaue Belichtung ist jedoch entscheidend, wenn man im Across-Modus filmt, andernfalls ist das Material verloren. Noch eine Handlungsempfehlung für diejenigen, die nun zu gerne “unken” möchten: selbst ausprobieren und testen à dann mitreden.
Auch wenn diese Technik noch in gewisser Weise in den Kinderschuhen steckt, so wird es doch die Zukunft sein, in dieser Art zu filmen. Man darf also gespannt sein, was in den nächsten Jahren noch alles passieren wird. Ein Verbesserungsvorschlag, der vielen die Anwendung einfacher machen würde: Die Kamera besitzt zwei Kartenslots. Toll wäre es, wenn man dann im Filmsimulations-Modus filmt, das Footage mit dem Look auf die eine Karte geladen wird und das unbehandelte Footage auf die andere Karte. Damit würde man alle Möglichkeiten als Filmer behalten. Vielleicht inkludiert Fuji dieses nochmal in einem Firmenware Update. Lohnen würde sich das auf alle Fälle.

Ansonsten ist schon von anderer Seite viel über das Handling der Kamera geschrieben worden, was ich nur bestätigen kann. Alles ist sehr übersichtlich angeordnet, leicht zu bedienen und die Kamera kommt sehr wertig und kompakt daher. Als herausragend haben wir die internen Tonaufzeichnung wahrgenommen – die Kamera besitzt schon ab Werk eine bombige Soundmitnahme. Wir haben die X-T2 zum Filmen in ein Chrosziel Rig integriert, so kann man die Kamera absolut professionell einsetzen.

Sobald die Ergebnisse freigegeben sind, werde ich sie auf dem Blog und meiner Website veröffentlichen. Bei Fragen zur Kamera, schreibt mir gerne eine Nachricht.

 

 

 

Bücher, Wettbewerbsvorteil und mein Angebot

„Blickfang -Deutschlands beste Fotografen“ – die meisten von Euch kennen das Jahrbuch, welches vor kurzem die 2016/2017ger Ausgabe veröffentlicht hat. Auch ich war des Öfteren mit meinen Bildern in diesem Buch vertreten, habe dieses Jahr jedoch beschlossen, mich dort nicht erneut einzukaufen. Richtig gelesen – genau wie eine Tüte Milch im Supermarkt kann man sich als FotografIn diese Bezeichnung „zu den Besten“ zu gehören kaufen. Darüber kann man denken, was man möchte – für mich entscheidend, diese Investition nicht länger zu tätigen, war, dass es inzwischen nicht nur dieses, sondern eine ganze Reihe Jahr- und Themenbücher gibt, wo ich auch vertreten war. Nicht nur, dass diese durch ihre Masse am Markt austauschbar geworden sind, vielmehr stellt sich die Frage: Wer sieht sich das alles überhaupt noch an?

Auf genau diese Frage gestanden mir die meisten Art-Buyer, dass sie  –wenn überhaupt- bis maximal zum ersten Drittel gekommen sind. Danach landen die Bücher bestenfalls im Regal, werden weiter verschenkt oder man findet sie auf Ebay wieder. Diese Erkenntnis gepaart mit der Tatsache, dass die Anordnung oft alphabetisch ist (das R vor meinem Nachnamen ist hier also nicht gerade von Vorteil) verdeutlichten mir klar, dass meine Bilder in den Büchern kaum gesehen wurden, selbst, wenn ich mal mehrere Doppelseiten gebucht hatte. Dass sich massig Assistenten, die an Jobs interessiert waren, bei mir meldeten, freute mich zwar, war aber nicht Sinn und Zweck dieses Invests, der sich in Zahlen (je nach Jahr) ausgedrückt doch zwischen 2.000 EUR bis 5.000 EUR bewegte. Ein stattliches Sümmchen also, welches ich beschlossen habe, auf einem anderen Wege wieder zu Geld zu machen. Und zwar in Form einer Bahncard 100. Die Möglichkeit und Freiheit, jederzeit ohne Voranmeldung in jeden Zug des Fern-und Nahverkehrs bundesweit einsteigen zu können, ist nicht nur ein entscheidender Schritt in meinem Transformationsplan: “Dampfer – Speedboat” – sie hat sich bereits als Wettbewerbsvorteil herausgestellt. Ich kann dadurch flexibler und schneller freie Arbeiten wie z.B. mein Hausbesuchsprojekt realisieren und bin dadurch auch für Magazine (und gerade kurzfristige Anfragen) wieder wesentlich interessanter, da es für sie in puncto Reisekosten keinen Unterschied mehr macht, ob sie einen „local“ Kollegen oder mich beauftragen.

Mein Angebot in 2017 für alle Magazine: Thorsten Rother fahrkostenfrei und ohne Assistent bundesweit buchen. Ob für München, Hamburg, Berlin, Köln, Düsseldorf oder die tiefste Provinz ist egal. Was jedoch erfüllt sein muss:

-1. Es handelt sich um einen interessanten Portrait Job.

-2. Dieser kann an einem halben Tag und ohne Assistent bewältigt werden. (Das Angebot gilt nicht für andere Themen, wie z.B. Automotiv, Industrie, oder ganze Reportagen, sowie für mehrtägige Produktionen mit Assistenz).

Das würde dann etwa so aus sehen: Ihr beauftragst mich > Ich fahre mit dem Nacht- oder Frühzug zum Einsatzort > Porträtiere die Person in Kulisse XY und verabschiede mich wieder > fahre mit der nächsten Verbindung wieder zurück oder zum nächsten Auftrag > Im Zug kann ich dann schon die Auswahl zum Shooting machen und euch per WLAN zukommen lassen > Fertig!

Ja, ist denn heut‘ schon Weihnachten? Ja. Fast. Schönen 3. Advent.

Girlfriends – eat, drink & cook

Heute möchte ich Euch einen Auszug meiner neuesten Portfolio-Arbeit zeigen. Ich war ja letztens in Berlin unterwegs und konnte die Zeit dort sehr gut nutzen. Gerne würde ich Euch auch berichten, was gerade alles hinter den Kulissen passiert, aber ich stecke zur Zeit mitten in den Verhandlungen -mit sehr schönen Aussichten. Sobald es spruchreif ist und ich Fakten verkünden kann, werde ich ausführlichst berichten. Versprochen!

 

 

Now the real game begins

Die Nachrichten und neuen Kommentare zu meinen “Ein offenes Worten” oder dem Beitrag “Ganz nackt” in meinem Blog reißen nach wie vor nicht ab. Und nach wie vor freue ich mich über Eure Reaktionen, Anteilnahme und das weitreichende Interesse. Auch nehme ich mir gern die Zeit immer wieder darauf zu- reagieren, antworten und diskutieren.

Allerdings stimmt es mich auch teilweise nachdenklich. So liegt die Veröffentlichung – und ganz zu schweigen meine gedankliche Auseinandersetzung – beider Beiträge doch schon einige Wochen zurück und wurde spannend, emotional und kontrovers diskutiert. Jedoch für viele, die in den Themen zu verharren scheinen, wohl (noch) nicht ausreichend. Versteht mich da nicht falsch, Missstände zu benennen und zu diskutieren finde ich sehr wichtig. Aber genauso wichtig finde ich es, anschließend seine Konsequenzen daraus zu ziehen und einen Weg zu finden damit (im wahrsten Sinne des Wortes) fertig zu werden. Alles andere wäre eine Endlosschleife und damit destruktiv. Darum seht es mir nach, dass ich nun vielleicht nicht mehr die für euch kontroversen Themen beschreibe, sondern konsequent meinen noch jungen Neuanfang verfolge.

Vielleicht mag das für einige dann der langweilige Part dieses Blogs sein, weil er weniger Sensationslust befriedigt und mehr ehrliches Interesse fordert. Vielleicht ist das dann auch die Stelle, an der einige aufhören, den Blog zu lesen, weil die oberflächliche Brisanz nicht mehr plakativ genug gegeben ist – es war mir dennoch eine Freude Euch zu unterhalten. Diejenigen unter Euch, die der Geschichte folgen wollen, werden schnell merken: jetzt geht es im Grunde erst richtig los!

Das wahre Game beginnt für mich, der seine komplette berufliche Existenz (eigenverantwortlich) ohne Netz oder doppelten Boden aufs Spiel setzt, genau an dieser Stelle.

Denn, wenn auch von Dritten gegenteilig behauptet, bin ich weder der Sohn reicher Eltern, ein monetär Begünstigter mit Goldesel im Keller noch habe ich eine reiche Freundin, die mich durchfüttert. Was ich jedoch habe: Lebenserfahrung, keine Angst vor einem (vielleicht kompletten) Neuanfang und eine große Prise Risikobereitschaft. Schicken wir also den Selfmademan ins Rennen und sehen, wo er landet. Hier live und in Farbe, hin und wieder auch in schwarz-weiß. 😉

Was hat sich seit meinem Neustart vor ein paar Wochen getan? Ist es noch viel zu früh, um ein Resume zu ziehen, lassen sich ein paar Tendenzen dennoch schon erkennen.

“Die Werbung” ist aktuell mucksmäuschenstill – es gibt keine Anfrage von Werbeagenturen. Darauf habe ich mich jedoch eingestellt und bin mir bewusst, dass dies auch noch eine gewisse Weile so bleiben wird.

So melden sich momentan eher Direktkunden und es öffnen sich Türen, von denen ich zuvor nicht einmal wusste, dass es sie gibt. Das gefällt mir und hält mich am Ball – mehr dazu, sobald ich berichten darf, noch habe ich um mein Treiben herum Schweigepflicht.

Was mir im Moment weniger gefällt ist die Einsicht, dass es für den Umbau vom “schwerfälligen Tanker” zum “kleinen Schnellboot” mehr braucht als den materiellen alten Ballast und Besitz zu veräußern. Es braucht Zeit sowie Kontinuität diesen Schritt im übertragenen Sinne auch im Kopf zu verinnerlichen und konsequent umzusetzen. Gerade sehe ich mich noch viel zu oft mit meiner eigenen Ungeduld konfrontiert, der es einfach nicht schnell genug gehen kann. Wieder flexibler im Handeln zu werden wird meine Hauptaufgabe in den nächsten Wochen sein, muss ich erst wieder begreifen: “Hey Alter, Du bist frei, kannst machen, was Du willst -ABER tu es auch!” Ein Ticket ist schnell gebucht und kostet kein Vermögen, meine Ausrüstung ist schnell gepackt und geht in jedes Handgepäck.

Gesagt –  getan: Palma de Mallorca – wir sehen uns nächste Woche. Begleiten wird mich mein langjähriger Kamera-Assistent Alexander. Wir residieren in einem sehr schönen Hotel mitten in der Altstadt, nicht weit von unserem Shooting- und Drehort entfernt.

P.S.: Tausend Dank an alle, die meinem Aufruf gefolgt sind und sich für einen Hausbesuch interessieren. Es sind so viele Bewerbungen eingegangen, dass ich immer noch am sortieren bin. Ich werde auf jede E-Mail asap im Rahmen meiner Möglichkeiten antworten. Gebt mir ein bisschen Zeit.

中文字 / Chinesisch

Nun gibt´s meine Bilder auch auf chinesisch, gestern bei einer Bildrecherche habe ich eine Fotostrecke von mir entdeckt, die jetzt auch in China veröffentlicht wurde. Ich wusste bis dato gar nichts davon, mir gefällt sie immer noch sehr gut, somit will ich sie euch auch nicht vorenthalten und zeige noch mal einen kleinen Auszug. BMW X5 & Tim Boal in Biarritz für BMW Magazin.

Dazu gab es auch eine Kurz-Doku die ich produziert habe, Regie und Kamera lagen in meinen Händen. BMW X5 & Tim Boal in Biarritz / Mini-Documentary for BMW Magazin.

Willkommen Fujifilm X-T2

Meine Ausrüstung freut sich über Zuwachs 🙂
Willkommen Fujifilm X-T2, mit ihr werde ich zukünftig meine 4K Filme, Clips und Spots drehen. Mein neues Multimedia Flaggschiff mit ausklappbaren 3,0-Zoll-Display, 11 Bilder/s, Clean HDMI-Ausgang für unkomprimierte Aufzeichnung mit externen Rekorder, Filmsimulationen bei Videos und Wi-Fi (inkl. Fernsteurung per App).

Einzelcoaching mit TR am Ammersee!

Einzelcoaching mit TR am Ammersee in der Nähe von München.

In sehr privater Atmosphäre werden ich Dir Deine Fragen zu bestimmten Themenbereichen beantworten, so können wir gezielt Deine noch vorhandenen Lücken schließen. Ich zeige Dir genauestens auf wie dieser Markt “aktuell” funktioniert und wie man sich an diesem positionieren kann und sollte. Durch die Konzentration auf die gewählten Themenbereiche erhältst Du in doch recht kurzer Zeit einen maximalen Wissenstransfer. So kannst Du an notwendiger Sicherheit und Motivation gewinnen, um mit Deiner Arbeit und als Persönlichkeit am Markt zu überzeugen.

Betonen möchte ich, dass der Workshop nicht an meine Neuausrichtung angelehnt ist, vielmehr ist es mein ganz persönliches Experiment. Da ich nun schon seit 20 Jahren in der Branche bin, sind die Bedingungen und Kontakte bei mir etwas anders gelagert als bei einem Beginner. Fragen und Einschätzungen dazu kann ich allerdings gerne beantworten.

 

Die Themenbereiche
– Die wirtschaftliche Seite / Wie agiere ich am Markt?
– Wie funktioniert das eigentlich mit den unterschiedlichen Kunden (Werbung, Editorial, Direkt)?
– Aufbau einer geschäftlichen Struktur, sowie ein Netzwerk an Dienstleistern?
– Wie kann der Quereinstieg in die Fotografie gelingen?
– Der Agent oder Repräsentant, was macht die Zusammenarbeit aus?
– Sollte ich als Fotograf auch bewegte Bilder anbieten?
– Portfolio Gestaltung
– Entwicklung einer eigenen Bildsprache
– Wie schreibe ich ein Angebot
– Ausrüstung / Was brauche ich wirklich?
– Dein persönliches Wunschthema

Aus diesen 11 Themenbereichen biete ich folgende Einzelcoachings an:

  1. Tageskurs/ 1 Tag / dieser umfasst 5 Themenfelder, die Du Dir individuell aus der oben genannten Liste zusammenstellst.
  2. Intensivkurs/ 2 Tage / dieser 2-tägige Intensivkurs umfasst die komplette Bandbreite der oben genannten Themenliste.

Sende mir eine kurze Mail mit einer persönlichen Beschreibung von Dir und Deiner Arbeit unter: workshop@thorstenrother.com und ich melde mich schnellstmöglich bei Dir zurück. Erst durch ein Kurzinterview kann ich abschätzen, woran wir bei Dir arbeiten sollten. Das telefonische Erstgespräch ist natürlich kostenlos. Bitte lies Dir noch die folgenden Punkte durch. Solltest Du darüber hinaus noch Fragen haben, schreib mir gerne eine E-Mail.

 

Die Voraussetzungen
Ob Du seit 10 Jahren beruflich fotografierst oder noch in der Ausbildung steckst ist unwichtig. Entscheidend ist, dass Du mit Deinem Werkzeug umgehen kannst und die technische Seite der Fotografie beherrscht. Ich biete keinen klassischen Fotokurs an, in dem ich Dir den Umgang mit Zeit und Blende beibringe. Meine Coachings richten sich an Profis oder die, die auf dem Sprung in den Markt sind.

Die Kosten
Tageskurs / 1 Tag / 6 Stunden, inklusive 5 Themen – 980 € 
Intensivkurs / 2 Tage / je Tag 6 Stunden, inklusive aller 11 Themen – 1.850 €
Die Kosten verstehen sich exklusive Steuern, Anreise, Übernachtung und Verpflegung. Bei Reservierung sind 50% der Kosten als Anzahlung fällig, der restliche Betrag ist bis spätestens 14 Tage (Werktage) vor Beginn des Workshops per Überweisung zu bezahlen. Die Rechnung bekommst Du per E-Mail oder auf Wunsch auch postalisch zugesendet.

Die Buchung
Über diese E-Mail kannst Du nach unserem Kurzinterview den mit mir abgesprochenen Termin reservieren oder komplett buchen buchung@thorstenrother.com  Tageskurs oder Intensivkurs.

Die Stornierung
Die Reservierung oder Buchung des jeweiligen Workshops kann bis 14 Tage (Werktage) vor Beginn des Einzelcoachings storniert werden. Allerdings berechne ich hierfür eine Aufwandsentschädigung von 200€. Bei darunter liegenden Tagen verfällt die Anzahlung bzw. gegebenenfalls der Komplettbetrag und wird als Buchungsausfall behandelt und durch Rechnung ausgewiesen. Solltest Du nachweislich durch Krankheit oder höhere Gewalt die Teilnahme an dem Workshop nicht antreten können, gibt es die Möglichkeit für einen Ersatztermin. Rückzahlungen bei Nichteinhaltung der besagten Fristen sind ausgeschlossen.

Die Übernachtung/Anreise
Da ich dort wohne, wo andere Menschen gerne ihren Urlaub verbringen sind die Angebote vielfältig. Grundsätzlich kümmerst Du Dich selbst um Übernachtung und Anreise, wobei ich Dir gerne nach Deiner Anmeldung bei Hotelsuche und Anreisemöglichkeiten behilflich bin. Kosten für Anreise und Übernachtung sind wie schon erwähnt nicht im Preis enthalten.

 

Der Ablauf

Tageskurs / 1 Tag 
Wir treffen uns um 9 Uhr zum Frühstück bei Dir im Hotel oder in einem Café und tauschen uns gleich zum ersten Thema aus. Je nachdem für welche Themen Du Dich entschieden hast, bleiben wir drin oder gehen raus ans Wasser und besprechen den nächsten Schwerpunkt. Es folgt dann ein gemeinsames Mittagessen und beim Nachmittagskaffee lassen wir den Workshop um ca. 16:30-17:00 Uhr ausklingen. Das Mittagessen geht auf mich.

Intensivkurs / 2 Tage
Wir starten um 9 Uhr mit einem Frühstück bei Dir im Hotel und beginnen mit dem ersten Thema. Je nachdem, welchen Themen-Ablauf wir festlegen sind wir draußen unterwegs oder drinnen. Wir behandeln maximal 6 Themen pro Tag, wobei jeder Kurstag 6 Stunden + Mittagspause umfasst. Der Abend steht Dir individuell zur Verfügung. Am nächsten Morgen nehmen wir ab 9 Uhr die anderen 5 Themen in Angriff. Ein gemeinsames frühes Abendessen schließt Deinen Intensivkurs ab. Das Abschlussessen geht auf meine Rechnung.

Portfolio

 

Mein Portfolio ist nun auch wieder neu sortiert und damit auf dem aktuellsten Stand. Das Beste vom Alten und die neuen Arbeiten sind als Bildstrecken auf der Homepage inkludiert. Ich habe dieses Mal bewusst auf Einzelkategorien verzichtet, da ich eh nur für 3 Themen stehe: Mensch, Mobilität, Umgebung. Oft kombiniere ich die 3 Dinge in Bildstrecken, diese möchte ich nicht mehr auseinanderreißen müssen. Wer Einzelkategorien bei mir sucht, kann die Website meiner neuen Repräsentanz ansteuern, dort haben wir die Sortierung nach Themen vorgenommen. Jetzt werde ich noch bis zum Januar 2017 regelmäßig weitere neue Arbeiten auf meiner Seite veröffentlichen. Im Februar geht es dann mit meiner neuen Mappe auf Tour.

Portfolio TR

Portfolio Fröhlich

Regie Rolle Fröhlich

H A U S B E S U C H

2017 möchte ich mit meiner Kamera Menschen für einen Tag in ihrem Zuhause besuchen. Mich interessiert wer ihr seid , was ihr tut und wie ihr lebt. Die Fotos sollen nicht nur Menschen und Kolorit in Euren 4 Wänden zeigen. Sie erzählen durch viel Liebe zum Detail ganz von selbst ihre eigene kleine Geschichte aus einer sehr persönlichen Perspektive. Denn so individuell wie jeder Mensch ist auch sein von sich geschaffener Wohnraum. Um genau diesen in all seinen Facetten abzubilden, suche ich Menschen in allen Facetten. Es ist also egal ob du Lischen Müller, ein Vorstandsvorsitzender, eine Opernsängerin, der Taxifahrer oder Teil einer jungen Familie bist. Es ist auch egal, ob Du im Penthouse über den Dächern von Berlin lebst, im Altbau in Hamburg, Ottensen, im Plattenbau in Magdeburg oder auf einem Bauernhof im Allgäu.

Mit dieser fotografischen Arbeit verfolge ich einen halb-dokumentarischen Ansatz, aus der ich nach etwa einem Jahr entweder ein Buch, eine Ausstellung oder eine Website erstellen möchte. Das hängt natürlich auch davon ab, wie gut das Projekt – entscheidend von Euch als Protagonisten – angenommen wird.
In diesem Sinne: Wenn Ihr Interesse an der etwas anderen Homestory mit Euch in der Hauptrolle habt, schreibt mir kurz, wer ihr seid und was ihr macht und schickt ein paar Bilder von Euch und Eurem Umfeld. Eine mögliche Absage stellt keinerlei Wertung dar, sondern bedeutet lediglich, dass sich für den größtmöglichen Querschnitt eine andere Zusendung besser eignet. Ich freue mich auf Eure Bewerbungen unter hausbesuch@thorstenrother.com.

 

Same same but different

Same: Auto. Hier für das Cover und die Cover-Story des neuen Peugeot Magazins “IMPRESS YOURSELF”. Different: Der enorme Gestaltungsspielraum. Ich konnte in der Umsetzung der gesamten Bildstrecke sehr autark agieren, was diese Produktion zu einer einzigartigen und tollen Erfahrung machte. Die Redaktion des Kundenmagazins teilte natürlich in Etwa ihre Wünsche, Vorstellungen und Erwartungen mit mir, hat sich jedoch dann auf meine Erfahrung verlassen und ließ mich einfach machen. Dieses Vertrauen ist bei einer Cover-Produktion nicht selbstverständlich, daher an dieser Stelle noch mal ein großes Dankeschön! Die Verantwortung, die dieser Vertrauensvorschuss mit sich bringt, ist sicher einerseits ein gewisser zusätzlicher Druck, gleichzeitig gab es mir die Möglichkeit die Bildstrecke gestalterisch und bildlich meine Sprache sprechen zu lassen. Diese Art zu arbeiten liegt mir eindeutig mehr. Mehr Verantwortung und Druck im positiven Sinne, heißt für mich auch mehr Motivation und Ehrgeiz und so wiederum ein klarer Win-Win.

Mit einem kleinen Team und dem neuen Peugeot SUV 3008 waren wir im tiefsten Allgäu unterwegs, wo ich all meine 3 Arbeitsbereiche optimal einsetzen und verbinden konnte: Mensch, Mobilität, Umgebung. Wir entschieden uns dafür, die Landschaft zum größten Teil aus der Vogelperspektive zu zeigen. Eine dieser Aufnahmen eignete sich dann perfekt als Aufmacher auf einer Doppelseite. Wir Fotografen lieben es ja, wenn unsere Arbeit auf Doppelseiten gezeigt wird.

So kann ich mir sehr gut vorstellen weiterhin Autos in Szene zu setzen. Ohne CGI, ohne unnötigen Chichi – Strecken für Magazine, Magaloge oder Booklets. Und wer weiß? Vielleicht möchte ja doch eines Tages mal wieder ein Hersteller was “echtes” fotografieren lassen. Das wäre zumindest momentan DIE Möglichkeit sich deutlich von der Bildsprache der Mitkonkurrenten im Automarkt abzuheben und den Unterschied zu machen. Same same but different eben.

FAQ´s

Die Fragen auf sämtlichen Kanälen werden nicht weniger. Nicht im geringsten sehe ich mich dazu genötigt bzw. in einer Bringschuld, freue mich viel mehr über das Interesse und nehme daher hier heute kurz öffentlich Bezug. Und dies auch nicht zu meiner Person, sondern nur zu der Tatsache, dass ich mich dazu entschieden habe, bei mir beruflich etwas zu ändern. Dass mein Vorgehen und meine Neuausrichtung dermaßen polarisieren – nun gut, habe ich zur Kenntnis genommen. Ändern werde ich deshalb nichts. Schließlich soll und muss es mir niemand gleichtun.

Genau wie sich niemand verpflichtet fühlen muss, meinen Blog zu lesen. Dass es dennoch so viele tun überrascht und freut mich zugleich. Jeder, der meinen Blog liest, sollte mitbekommen haben, dass ich meine Meinung, Missstände und Überzeugungen nicht nur benenne, sondern diese auch argumentativ belege oder mit persönlichen Erfahrungen untermauere. Auch versuche ich bei meiner Kritik ohne Polemik auszukommen, geht es um die Sache an sich und nicht um persönlichen, destruktiven Frustabbau.

Was sich letzte Woche auf meiner Facebookseite abspielte, schoss daher eindeutig übers Ziel hinaus. An dieser Stelle noch einmal ausdrücklich: sachlich konstruktiv setze ich mich gerne mit Menschen und ihren Ideen, Anregungen, Vorschlägen, Thesen sowie kritischen Hinterfragungen auseinander – Pöbeleien oder blankem Sozialneid muss und werde ich mich nicht stellen und wird weiterhin hart editiert.

Hier die Antworten auf die Fragen, die sehr häufig gestellt werden:

1.  Hast Du schon vor Deinem Blog-Start mit Fujifilm zusammen gearbeitet?
Nein, ich arbeite erst seit ganz Kurzem mit Fuji zusammen. Um es genauer zu sagen: sie sind durch meinen Blog und die Neuausrichtung auf mich aufmerksam geworden, parallel hat ein Kollege einen Kontakt zu Fuji hergestellt – so kamen wir zusammen.

2. Würdest Du sagen Fujifilm bietet die einzig wahren Kameras an?
Nein, die einzig wahre Kamera gibt es nicht. Jeder braucht und bevorzugt etwas anderes. Bei mir persönlich passt es mit Fujifilm wunderbar, ich arbeite gerne mit der X-Pro2, weshalb ich mich für diesen Hersteller entschieden habe.

3. Lebst Du von Deiner Fotografie?
Ja, aber nicht nur. Ich arbeite auch noch als Regisseur und lebe auch
von bewegten Bildern.

4. Wie lange bist Du schon als Fotograf tätig?
Ich bin jetzt seit 20 Jahren in der Fotografie tätig, Beginn und Assistenz-Zeit mit eingeschlossen. Angefangen habe ich noch zu Analogzeiten und habe das von der Pike auf gelernt, ich bin allerdings ein Quereinsteiger, der ohne Ausbildung oder Studium in den Markt gegangen ist.

5.  Was wirst Du tun, wenn Du mit Deiner Neuausrichtung scheiterst?
Im Moment bin ich noch sehr guter Dinge, dass das gelingen wird. Zeitlich habe ich mir
dafür einen Horizont von 2 Jahren gesetzt. Sollte es in dieser Zeit nicht fruchten oder ich nicht zufrieden damit sein, werde ich aus der Branche aussteigen und mir eine neue Aufgabe suchen.

6. Wie kamst Du auf die Idee mit den Workshops?
Durch den entstandenen Dialog habe ich schnell gemerkt, dass gerade beim Nachwuchs sehr große Lücken z.B. beim wirtschaftlichen Vorgehen vorhanden sind. Ich wurde förmlich mit Fragen bombardiert, gerne helfe ich, aber am Ende des Tages muss auch ich wirtschaftlich denken und so ist ein Workshop ein fairer Kompromiss.

7. Warum bietest Du nur Einzelcoachings an?
Meiner Meinung nach wird so der maximale Wissenstransfer für den Teilnehmer in der vorhandenen, überschaubaren Zeit gewährleistet – darum geht es mir. Sicher wäre die Dynamik in einer Gruppe auch sehr interessant, aber diesen Ansatz verfolge ich mit meinen geplanten Workshops nicht. Auch könnte ich mit Gruppenkursen sicher mehr Geld verdienen, worum es mir aber in erster Linie nicht geht.

8. Ab wann kann man Deine Workshops buchen?
Ab November kann man aus 11 Themen wählen und sich seinen Workshop individuell zusammen stellen.

So, jetzt aber genug der Frage-Antwort-Stunde. Nächstes Mal wieder ein inhaltliches Update – und Stoff für Eure nächste inhaltliche Meinung, Kritik oder einfach nur Unterhaltung.

Der Agent

Da dies in letzter Zeit oft Thema in Nachrichten und persönlichen Gesprächen mit Euch war, schreibe ich hierzu heute einen kleinen Beitrag. Viele junge Fotografen glauben nach wie vor, sie haben es geschafft, wenn sie einen Agenten haben. Da muss ich Euch leider enttäuschen. Zweifelsohne kann eine Repräsentanz eine Eintrittskarte in die kommerzielle Werbefotografie bedeuten. Viele vergessen jedoch, dass dadurch auch die Anforderungen finanzieller Natur für den Fotografen ansteigen. So sollte Dir bewusst sein, dass Du mindestens zwei Portfolios benötigen wirst: eins für Dich, eins für den Agenten. Viele Repräsentanzen rufen auch Kosten für die Website, Newsletter, Messen bis hin zu monatlichen Pauschalen für die Betreuung auf, was aber je nach Struktur der Repräsentanz stark variiert. Dein Agent wird Dich in regelmäßigen Abständen durch die Lande schicken wollen, um Dich bei Agenturen vorzustellen, was für Dich wiederum Reisekosten, Hotel, etc. bedeutet.

An Deinem Tageshonorar sowie an den erzielten Buyouts möchte Dein Agent mit üblicherweise 25% beteiligt werden. In seltenen Fällen kannst 20% vertraglich vereinbaren, einzige Voraussetzung dafür: Du bist bereits ein echter „Player“ am Markt. Das ist dem Newcomer in der Regel nicht gegeben. Deine redaktionellen Erlöse, die Du durch Editorial-Jobs erwirtschaftest, solltest Du unbedingt als Vertragsgegenstand aus dem Repräsentantenvertrag streichen lassen. Das machen die etablierten Fotografen meist auch so und ist durchaus üblich, da der Agent andernfalls ohne große Gegenleistung mitkassieren würde. Einige Agenten versuchen hier trotzdem immer noch die 10% Regel durchzusetzen, lass Dich darauf nicht ein. Die Redaktionen sprechen ohnehin lieber direkt mit dem Fotografen und die Verhandlungen gehen also schnell und leise, da sie eh mit meist festgelegten Tagessätze und Pauschalen arbeiten. Das kannst Du selbst.

Vorsicht: es gibt immer wieder Versuche Fotografen auch noch nach ihrem Wechsel oder Ausscheiden aus der Repräsentanz finanziell an den „alten“ Agenten zu binden, so wird in manchen seltenen Fällen versucht, dass Du für weitere 6 bis 12 Monate auf Deine kommerziellen Erlöse 10% – 15% an den alten Agenten bezahlen sollst. Lass das bei Deinen Verhandlungen sofort aus dem Vertrag streichen. Das ist schlichtweg nicht akzeptabel und nicht mehr zeitgemäß.

Was wiederum unbedingt in den Vertrag gehört ist, dass der Agent, der Deine Honorare auch abrechnet, Dir Deinen Anteil umgehend auf Dein Konto weiter zu überweisen hat. Du solltest auch fixieren lassen, dass bei Zuwiderhandlung dies ein außerordentlicher und fristloser Kündigungsgrund ist. Wenn dieser Fall dennoch eintreten sollte, solltest Du die Repräsentanz verlassen. Lass Dich auf keinen Fall bei den Zahlungen vertrösten. Bei solchen Dingen sind Fotografen immer wieder ziemlich gestolpert und es wurde selten, aber immer mal wieder, schnell existenzbedrohend.

Meine persönliche Erfahrung mit Agenten sind gemischt, ich habe sehr gute und auch schlechte gemacht. Wobei die positiven Erfahrungen schon überwiegen. Ein paar Stolperfallen oder Erklärungen habe ich Dir hier geliefert, es gibt sicher noch viele weitere, aber das würde jetzt den Rahmen sprengen. Wenn man in die kommerzielle Fotografie möchte und Kampagnen fotografieren will, ist ein Agent sicher gut und ich glaube auch daran das sich hier tolle Allianzen finden können.

Workshop Idee

Bei den ganzen Reaktionen, die es in letzter Zeit gegeben hat, haben sich auch sehr viele junge Fotografen/innen (frisch von der Uni), oder die bereits im Job sind, bei mir gemeldet. Per Mail, Instagram, Facebook, oder sie haben einfach mal angerufen. Das war erfrischend und hat Spaß gemacht. Der Austausch hat mir allerdings eines sehr deutlich vor Augen geführt: Der Nachwuchs hat vom aktuellen (Foto-) Markt so gut wie keinen blassen Schimmer, weder wirtschaftlich noch was die Regeln angeht. Einigen habe ich etwas die Augen öffnen und helfen können. Inzwischen artet es allerdings in echte Arbeit aus, deshalb seht es mir nach: Ich bin schlichtweg nicht mehr in der Lage auf jedes Anschreiben oder Nachricht zu reagieren, muss ja auch noch meiner eigentlichen Tätigkeit als Fotograf oder Regisseur nachkommen.
 
Was oft im Raum stand: Warum ich keine Workshops gebe oder an der Uni doziere. Nun, ich hab das jetzt mal ein paar Tage auf mich wirken lassen und dann entschieden, dass ich hier zu etwas anbieten werde. Deshalb heute schon mal eine zarte Ankündigung: es werden Workshops sein, allerdings nicht in Massenabfertigung – das bringt mir nichts und Euch nichts. Es werden Einzelcoachings zu einem erschwinglichen Preis sein. Die Themenliste und das Prozedere entwerfe ich derzeit. Im kleinen, exklusiven und überschaubaren Rahmen meine Erfahrungen zu teilen – darauf hätte ich echt Bock.
 
Demnächst also hierzu mehr…

Back to the roots, oder einfach “echt”

Echte Fotos und Bilder – das ist, was ich (wieder) machen möchte und tun werde. Hunderte Einzelteile ablichten, um sie dann wieder zu einer Grafik zusammen zu bauen, um diese danach zu retuschieren, was das Bildbearbeitungsprogramm hergibt – nur, weil es die Technik möglich macht? Auch hier habe ich lange genug Kompromisse gemacht. Back to the roots Part I: Die Menschen, die ich fotografiere, sollen als solche zu erkennen sein. An der Postarbeit interessiert mich persönlich am meisten, dem Bild-Look einer Fotostrecke einen bestimmten Farbstich zugeben. Schwarz/Weiß ist für mich auch wieder ein Thema geworden, welchem ich verstärkt nachgehen möchte. Zu meinen Anfängen habe ich ausschließlich schwarz/weiß gearbeitet – back the roots Part II.

Ihr merkt also, meine Ausrichtung ist inzwischen noch klarer geworden. Mein Bildstil kann und wird sich so noch weiter schärfen. Für wen ich arbeite ist mir grundsätzlich egal. Ob Werbung, Magazin oder Direktkunde – solange die Produktionsbedingungen (siehe Blog-Post vom 27. September) eingehalten werden. Anfragen, die von der Stilistik nicht zu mir passen, werde ich freundlich aber unmissverständlich absagen. Vor etwa 2 Wochen: Eine bekannte Kreativ-Agentur kam mit einer Anfrage zu einem People-Job auf mich zu. Als mir das Briefing dann vorlag, war recht schnell klar, dass 80% des Bildes in 3D umgesetzt werden müssen, um es zu verwirklichen. Absolut legitim so zu produzieren, nur möchte ich so einen Auftrag nicht annehmen. Zu weit entfernt von meinem Verständnis für und Anspruch an “echt”. Für solche Aufträge gibt es 3D-Spezialisten, die sich über einen Anruf sicher freuen. Wenn es um die Produktion cooler und echter Bildstrecken geht, liebe Agenturen, wählt sehr gerne meine Nummer.

Wachstum und Ausbau meines Stellenwerts als Fotograf sind erklärte Ziele auf meiner Reise. Nur logisch, dass mich diese dann auch über die Landesgrenze hinweg führen muss, zumal ich den deutschen Markt schon seit geraumer Zeit als sehr oder zu „eng“ empfinde. Leichter gesagt als getan, dessen bin ich mir bewusst. Genauso wie der Tatsache, dass zu Beginn meiner Karriere hier zu Lande kein Mensch aus meiner näheren Umgebung an mich und mein damaliges Ziel geglaubt hat. Beharrlich, fast schon stoisch daran zu arbeiten hat offensichtlich gut funktioniert. Jetzt, mit noch sehr vielen Wassern mehr gewaschen als damals, hilft mir diese Erfahrung bei der Einschätzung und letztlich dem Sprung auf den internationalen Markt. Beginnen werde ich mit den großen und bekannten Magazinen in Frankreich, England, Italien und den USA.

Regie, als mein zweites Standbein, hatte ich ja schon erwähnt. Auch bei meiner Neuausrichtung als Fotograf werde ich dieses Genre nun unterstützend einsetzen und für die Redaktionen “Editorial Moving Images” zu einer Fotostrecke anbieten. Klar weiß ich, dass viele andere das inzwischen ebenfalls machen; hier liegt wie sooft der Unterschied im wie. Und hier lässt mich meine Erfahrung als Regisseur auf einem ganz anderen Level liefern. So sind die bewegten Bilder Teaser für die Fotostrecke – kein Neben- oder gar Abfallprodukt. Sondern die perfekte Ergänzung im Instagram-Feed, der App oder der Website des Editorials, auf die man im Ausland übrigens schon lange nicht mehr verzichten möchte und diese Kombination selbstverständlich nutzt. Wie bei so vielen Dingen haben wir das mit unserer konservativer Skepsis verschlafen und reden bis heute nur darüber. Mit eben diesem Ansatz stieß ich vor etwa 7 Jahren bei verschiedenen Redaktionen auf taube Ohren und wenig Interesse statt Begeisterung und Mut, etwas auszuprobieren. Große Ausnahme: Die deutsche GQ, mit der ich in diesem Bereich schon viel gemacht habe.

So, jetzt aber genug der Worte und auf zu den viel besagten Taten. Für die es doch so wenig braucht: Kopf und Kamera.

Ganz nackt


Vor kurzem hatte ich auf Facebook angekündigt, meinen Tagessatz offen zu legen. Warum? Um dem Nachwuchs und anderen Kollegen einen Anhaltspunkt zu liefern, wo sie sich in dem Preisgefüge ansiedeln könnten. Was kostet Thorsten Rother? Für eine kommerzielle Produktion als Fotograf verlange ich aktuell 2.800 Euro pro Foto-Tag. Exklusive aller anderen Kosten wie Buyouts, Vorbereitung, Kameraausrüstung, Rechner, Personal, Produktionskosten, Reise, etc.

Bei 1.500 EUR angefangen, konnte ich mich – vor 10-15 Jahren noch möglich – kontinuierlich steigern. Heute ist das leider mehr Utopie als Realität, der Spielraum nach oben ist sehr beschränkt und der Einstieg daher auch sehr viel schwerer.
Bucht mich eine Agentur mehr als 4 Tage, bekommt sie einen Rabatt auf mein Tageshonorar. Buyouts lassen sich ebenfalls zunehmend schwieriger durchsetzen, versucht man es dennoch, fliegt man in der der Regeln in der ersten KVA Runde raus. Der Wirklichkeit entsprechen eher die Forderungen, gerade seitens Kunden aus dem Konzernbereich, auf alle Rechte: zeitlich, räumlich, uneingeschränkt. Das gilt auch für die Modellrechte.

Nicht selten darf man sich bei besagten großen (DAX-)Unternehmen dann nach bereits geführten Verhandlungen mit der Werbeagentur nochmals mit dem konzerneigenen Einkauf auseinandersetzen. Da setzt dann ein studierter BWLer mit der Vorgabe, Minimum 20% aus Deinem bereits verhandelten KVA zu streichen, seinen Rotstift an. Das Projekt ist so nicht mehr machbar? Diskussion zwecklos. Dem Einkäufer geht es schließlich einzig um seine Zahlen. Es liegt dann an Dir, zu entscheiden, ob Du an der Sache noch etwas verdienst oder bereits schon von Deinem Tageshonorar gegenfinanzierst, weil Dir die Produktionskosten über den Kopf wachsen. Das unternehmerische Risiko trägst Du als Fotograf – und wenn Du annimmst musst Du liefern. Wirst Du für 2 Wochen am Stück gebucht, setzt die richtige Kalkulation da schon eine gewisse Erfahrung voraus. Das kommt zwar eher selten, aber dennoch vor. In letzter Zeit bemerke ich zunehmend, dass der “Billigste” den Job bekommt. Oft meldet sich Dein Verhandlungspartner bei der Agentur überhaupt nicht mehr zurück, nach x KVA Runden wird nicht einmal mehr abgesagt.

Einige von Euch werden jetzt sagen: „2800 Euro sind aber verdammt viel Geld!“ Ja, das ist nicht wenig an Tageshonorar, gebe ich zu. Aber so einen Job machst Du nicht jeden Monat – zumindest ich nicht – und es können gut mal 6 Monate vergehen bis Du das Geld auch siehst. Außerdem musst Du davon alles unterhalten, was es braucht, um auf diesem Markt mitmischen zu können – glaubt mir, das ist nicht wenig. Hinzu kommt die bereits investierte Zeit, um dort hingekommen zu sein. Was gleichzusetzen ist mit der Kombination aus minimalem Verdienst und maximaler Arbeit. Zu guter Letzt: das Wissen. Es gibt nur wenige Motive, die mir eine Agentur vorlegt und ich nicht sofort weiß, was es für deren Produktion braucht. Ort, Licht, Ablauf, Technik, Cast. Und genau da wird es beim Nachwuchs ganz schnell sehr dünn. Was nicht verwunderlich ist, woher soll die Erfahrung auch kommen? Eine „Lehrzeit“ als Assistenz allein reicht meist nicht mehr aus. Es bedarf auch die richtigen Jobs, die einen stetig fordern und fördern – und so wachsen lassen.

Es gibt wenige Fotografen, die mehr als 3000 Euro Tageshonorar aufrufen und auch durchsetzen können – hier zu Lande vielleicht eine Handvoll (Namen möchte ich grundsätzlich keine nennen). Noch höhere Honorare bekommst Du nur, wenn Du international tätig bist, einen Sitz in London, New York oder Paris hast und der Sprung in das internationale Geschäft also bereits geschafft ist. Dann bist Du für die Agenturen so interessant, dass Du sicher so um die 6000 bis 8000 Euro ansetzen kannst. Und klar, bei den ganz Großen im Geschäft, die mit ihrem Tun schon selbst zum Star geworden sind, kennen die Honorare nach oben keine Grenzen mehr.

Wie schon angedeutet bröckeln die Honorare in Deutschland, was die kommerzielle Fotografie angeht, stark. Zum einen, weil an den Produktionskosten massiv versucht wird zu sparen, sodass unsereins regelrecht gegenfinanzieren muss. Zum anderen, weil wir uns in der Werbung zwar sicherlich auf einem hohen Niveau bewegen, uns aber selbst durch die Bildbearbeitung in der Art der Arbeit austauschbar gemacht haben. Genau deshalb beginnen die Agenturen auch direkt am Tageshonorar des Fotografen zu sägen.

Es gibt immer Einen, der es macht. Aber auch Einen, der es mit sich machen lässt. Nur “wir armen Fotografen“ zu jammern ist zwar bequem, aber zu wenig. Es sollte daher nicht nur in unserem Interesse, sondern auch in unserer Pflicht liegen einen Weg aus dieser (für die meisten doch eher misslichen) Lage zu finden. Und so wird es auch mal  Zeit, „nein“ sagen zu lernen. Dieses Bild vom hilflosen Fotografen, dem so übel mitgespielt wird, gefällt mir genauso wenig wie, dass mein potenzieller Auftraggeber in der Werbung denkt, er könne mich ins Bodenlose drücken. Schleicht Euch!

Zum Schluss setze ich hier und heute dann auch ein kleines Zeichen: ab dem 1. November erhöhe ich mein Tageshonorar (nackt) von 2.800 Euro auf 3.200 Euro für kommerzielle Aufträge. Die kleine Erhöhung merkt ihr gar nicht, da ich mit meiner Arbeitsweise die Produktionskosten so niedrig halten kann, dass ihr in Summe immer noch spart. Klingt doch nach einem fairen Deal, oder? Weniger habt ihr und ich auch einfach nicht verdient.

Die Nebelwand, das Auto und ein Buch

Mein Wochenende begann mit einem interessanten Gespräch. Ich telefonierte mit einem guten Kollegen, der beruflich länger unterwegs war und unser letzter Austausch daher schon ein paar Wochen zurücklag. Er war natürlich genau so neugierig wie ich, was in Zwischenzeit so alles passiert ist und so brachten wir uns auf den neusten Stand. Irgendwann kam die Frage auf, in wieweit man Kompromisse bei seiner fotografischen Arbeit eingehen sollte. Ich erzählte ihm von meiner persönliche Erfahrung, mich in den letzten Jahre eindeutig zu oft auf einen akzeptablen Mittelweg verständigt zu haben. Mit der fatalen Folge, dass meine eigene Arbeit und mittelfristig auch Karriere im Grunde dadurch regelrecht stagnierten. Was man aber erst mit etwas Abstand merkt. Meine Empfehlung an ihn war, die kommerziellen Arbeiten klar zu selektieren, nur die gut bezahlten Aufträge anzunehmen und sich so genug Raum für sein eigentliches Ziel zu lassen.

Das Gespräch, die jetzige Situation katapultierten mich in meinen Gedanken in die Vergangenheit. Hamburg, frühes 1999. Fast 18 Jahre her und doch kann ich mich gerade momentan noch sehr oft sehr genau an die damalige Zeit erinnern. Als ich in die Hansestadt ging, um als Fotograf zu arbeiten und die Zeit jetzt, weist nicht nur gefühlstechnisch Parallelen auf. Eine Fahrt durch Nebelschwaden, die Sicht ist verdeckt, Ausgang des Ganzen ungewiss. Du musst Dich auf Deine Instinkte verlassen und Deinem Baugefühl folgen. Wichtig sind nur zwei Fragen: “Was interessiert Dich?” und “Wie kannst Du es um setzen?” Beide Fragen konnte ich mir inzwischen beantworten, was also heißt: Ich bin auf Kurs. Das ist natürlich leicht geschrieben und Ihr könnt Euch denken, dass es auch Tage gibt und geben wird, an denen es verdammt schwer ist. Was mir da aber ganz sicher helfen wird ist, diese Erfahrung wie oben beschrieben nicht zum ersten Mal zu machen. Zu wissen, dass es sich lohnt, sich auf sich selbst und sein Bauchgefühl zu verlassen.

In dem bereits erwähnten Telefongespräch kam noch ein anderes Thema auf, welches ich zwar bereits schon von einigen Seiten gehört hatte, mich aber immer wieder aufs Neue verwundert: dass ich die letzten Jahre überwiegend als Auto-Fotograf wahrgenommen wurde. Zweifelsohne gehört das Auto zu meinen Themen –  jedoch weder ausschließlich noch an erster Stelle. Nach wie vor finde ich es am spannendsten Menschen zu porträtieren und mit ihnen zu arbeiten. All meine großen Kampagnen in der kommerziellen Fotografie waren People-Kampagnen. Das Auto kam erst wesentlich später dazu und auch eine Autokampagne im klassischen Sinne hab ich kein einziges Mal fotografiert. Das Auto war oft Teil in einer Strecke, in der auch immer der Mensch und die Umgebung eine Rolle spielten. Die Auftraggeber kamen größtenteils aus dem Bereich Kundenmagazin und dem klassischen Editorial, ab und an auch die Marken selbst als Direktkunden.

Mein Kollege fragte mich auch, woher ich den Mut und das Selbstverständnis nehme, nur mit natürlichem Licht oder dem, was die Umgebung hergibt, zu arbeiten. Ich erzählte ihm darauf von einer kompletten Kampagne und sogar einem Buchprojekt, welche ich so geschossen habe. Die Möglichkeit, ein Bildband als bezahlten Auftrag zu fotografieren bekam ich erstmals 2012. Das Unternehmen war in der Möbelindustrie tätig und wollte sich als solches fotografisch dokumentieren lassen. Wer jetzt denkt: “Ah ok, langweilige Mitarbeiter-Portraits und so weiter”, der irrt. Uns war recht schnell klar, dass die ungeschönte Wahrheit in all ihrer alltäglichen Skurrilität zu zeigen völlig ausreichen wird, um eine reale Unternehmensdarstellung zu schaffen, deren bildliche Ästhetik dennoch für sich spricht. Ich hatte großes Glück, dass sich das Unternehmen für diesen Ansatz, ganz weg von einer künstlich inszenierten werblichen Darstellung, begeisterte und diesen dann auch bei mir in Auftrag gab.

Kurz davor habe ich meine ersten beiden Fuji X-Pro1 erworben und nahm sie zu dem Auftrag mit; auf zusätzliche Lichtquellen oder sonstige Aufbauten verzichtete ich – entgegen vieler Ratschläge –  komplett. Ich konnte mich in den 3 Werken des Unternehmen frei bewegen und bekam sogar Zutritt zu Räumen, die seit den 1980er Jahren verschlossen waren. Wir wühlten uns durch Archive und Unterlagen, es war die reinste Zeit- und Entdeckungsreise. Wenn ich von wir spreche, meine ich damit einen Assistenten und der damalige Junior Chef (Markus noch mal danke dafür!). Dass ich das Buch dann selbst nie wirklich vorgestellt habe, hat 2 einfache Gründe: Im Gegensatz zu vielen Kollegen, die jetzt Bücher produzieren, musste ich das Buch nicht verkaufen. Zum anderen wurde 2013 mein Sohn geboren. Dadurch verlagert sich der Fokus dann eine Zeit lang.

Mit dem immer lauter werdenden Wunsch nach Veränderung und Umbruch kam dann Anfang 2016 auch das Buch im wahrsten Sinne des Wortes wieder auf den Tisch. Und lag da, fast schon wie ein Mahnmal, in jedem Fall aber als Beweis dafür, dass sich kompromisslos zu sein (fast) immer lohnt. Und ein akzeptabler Mittelweg oft auch nur eins ist: mittelmäßig.

Zum Schluss meines heutigen Blog-Post möchte ich euch einige Seiten aus dem Buch zeigen, die – wie ich denke – für sich sprechen.

 

Finding Vivian Maier

Am Wochenende habe ich eine sehr beeindruckende Dokumentation über eine Fotografin aus New York gesehen. Sie arbeitete als Haushälterin und Kindermädchen und war zu Lebzeiten als Fotografin vollkommen unbekannt. Fast schon fanatisch hat sie über viele Jahrzehnte hinweg große Mengen an Rollfilmen (6×6) belichtet. Sie machte unglaublich aussagekräftige Fotos, veröffentlicht oder irgendjemand gezeigt jedoch hat sie nie ein einziges Bild. Durch reinen Zufall wurden ihre Bilder überhaupt erst entdeckt. John Maloof ist es zu verdanken, dass ihre Fotos heute gewürdigt werden, leider erst nach ihrem Tod.

Ihre Arbeiten entstanden fast ausschließlich mit einer doppeläugigen Rolleiflex. Die Kamera kenne ich noch sehr gut, zu Analogzeiten habe ich selbst mit dieser alten Kamera gearbeitet – das Quadratische Format und den Sucherschacht mochte ich sehr. Als das digitale Zeitalter dann nicht mehr aufzuhalten war, wechselte ich endgültig auf das Querformat. Sehr schade, dass es bis heute keine 6×6 Kamera in digitaler Form gibt. Man komponiert das Foto einfach anders, wenn man es schon im Sucher als reines 6×6 sieht.

Der Link zu ihrer Website und zum Filmtrailer:

www.vivianmaier.com / www.youtube.com/watch?v=2o2nBhQ67Zc

 

Flurfunk

Der “Flurfunk” der Branche funktioniert allem Anschein nach noch immer bestens. So wurde mir von verschiedenen Seiten zugetragen, dass auf der gestrigen “Update” in Berlin auch mein Tun und Handeln Gesprächsstoff war. Es wäre gelogen zu behaupten, dass mir das nicht schmeichelt – hatte ich doch nie damit gerechnet, dass mein Statement solche Kreise zieht. Und nur, weil es polarisiert bleibt das Thema in den Köpfen der Leute und weckt folglich wohl auch einen gewissen Gesprächsbedarf. Wenn dieser auch in erster Linie eher nur damit bedient wird, sich das Maul zu zerreißen und nur die Wenigsten eine klare Haltung dazu einnehmen. Zu groß scheint nach wie vor die Angst, man könne sich die ohnehin schon selten buchende Kundschaft verprellen. Liebe Repräsentanten, auch Euer Geschäft ist seit Jahren rückläufig, ihr kalkuliert und schreibt zwar KVA´s mehr denn je, aber bei den Buchungen, Honoraren, Buyouts stottert es gewaltig. Der Aufwand steht schon lange nicht mehr in annähernd akzeptabler Relation zu den Einnahmen. (Ausnahmen bestätigen wie immer die Regel). Ich bekomme ja mit was im RFI (Interessenverband der Repräsentanten für Fotografen und Illustratoren e.V.) so besprochen wird – seid versichert, auch bei Euch funktioniert der Flurfunk ausgezeichnet. Wenn ihr es dann doch einmal alle zusammen auf die Reihe bekommen solltet das KVA ´s mit einen Gesamtvolumen ab 20k nur noch gegen Bares über den Tresen gehen, würden die jetzigen Kalkulations-Orgien sofort aufhören. Ich wäre ein klarer Befürworter dieser Maßnahme.

Das Ziel, welches ich mir gesetzt habe, ist sicher sehr ambitioniert: eine deutliche Steigerung meines jetzigen Stellenwerts als Fotograf. Ja, Ihr habt richtig gelesen: der Typ, der fast sein komplettes Equipment verkauft und gerade seine gesamte Struktur verschlankt, setzt auf Wachstum. Bildlich gesprochen wird aus dem schwerfälligen Dampfer ein wendiges kleines Speedboot. Guerilla-Taktik, ganz recht.

Warum das Ganze? Erreiche ich das Ziel, macht mich das vor allem gestalterisch unabhängiger, natürlich irgendwann auch gefolgt vom Finanzellen. Besagte Kombination ist für einen Kreativen ein echtes, meist leider nahezu unerreichbares, Privileg – welches uns ja aber freies und zielführendes Arbeiten überhaupt erst möglich macht.

Eine Begegnung, die ich bereits vor Jahren hatte, bekräftigt mich heute mehr denn je, dass dies der richtige Weg ist. Ich war mitten in einem Shooting für einen Kampagnen-Pitch einer sehr bekannten Werbeagentur. In der Mittagspause erzählten der AD und der verantwortliche CD voller Bewunderung, wie sie letzte Woche in London mit einem weltweit renommierten Fotografen gearbeitet haben. Sie berichteten, sie hätten erst sogar Schwierigkeiten gehabt ihn zu verpflichten und dass er wegen dem Honorar gemault hätte. Ich erkundigte mich nach der besagten Zahl und danach, was sie dafür bekommen haben. So, festhalten: 100.000 Euro. Dafür gab es einen Studio-Tag mit dem Kollegen und zwei Motive + einen weiteren Tag, an dem sein Assistent nochmal zwei weitere Motive geshootet hat; er selbst war dazu nicht bereit. Mitspracherecht der Agentur? Nach Lust und Laune des Fotografen, also getreu dem Motto: Geh mir besser nicht auf den Sender, sonst schmeiß ich Euch raus.

Also gibt es wohl doch noch Luft nach oben und ganz offensichtlich auch gar nicht mal so wenig. Man muss natürlich an den (vermeintlich richtigen) Stellschrauben drehen, um etwas zu bewegen.

Die Frage “Und wenn Du das nicht schaffst, hast du einen Plan B?” muss ich nach wie vor verneinen. In besagtem Falle wäre ich mit meinem Vorhaben gescheitert und würde mir einen neuen Job suchen müssen. Bin aber auch ich bei allem scheinbaren Wahnsinn kein komplett unüberlegter Verrückter – allein die Verschlankung meiner Arbeitsstruktur spart jeden Monat sehr viel Kapital und lässt mich weiterhin ruhig schlafen.

Die Details zum Plan, den ich mir für mein Unterfangen zurechtgelegt habe, möchte ich hier noch nicht verraten. Die gibt’s entweder auf der nächsten Branchen-Veranstaltung zwischen Canapé und dem zwölften sich wiederholenden Smalltalk ohne Garantie auf Wahrheitsgehalt. Oder hier. Live und in Farbe. Direkt vom Erzeuger.

Eine neue Agentin – und doch eine alte Bekannte

Nun hatte ich Euch ja versprochen mitzuteilen – sobald alles in trockenen Tüchern ist – wer meine neue Agentin ist. Die Verhandlungen sind abgeschlossen und unsere gemeinsame Strategie steht. Ab sofort werde ich von Fröhlich Management vertreten, Julia und ihr Team sind mit einem Office in Frankfurt und Hamburg bestens aufgestellt. www.froehlich-management.com

Einige von Euch wissen vielleicht, dass ich bereits als Regisseur bei Fröhlich vertreten bin. Für alle anderen: Ich habe mir in den letzten 8 Jahren ein komplett von der Fotografie unabhängiges Standbein aufgebaut. www.thorstenrother.tv

Wir arbeiten bereits seit 2 Jahren in Sachen Bewegtbild erfolgreich zusammen. Nun haben sich Julia und ihr Team aber deutlich erweitert und vertreten auch Fotografen in Sachen kommerzieller Fotografie. Bis Mitte Oktober werden wir noch etwas an der Struktur feilen und dann nehmen wir gemeinsam Fahrt auf.

Somit kann man sich bei mir zukünftig an ein Management wenden, welches mich im Bereich Werbung vertritt. Agenturintern jedoch wird es zwei verschiedene Ansprechpartner für Foto und Film geben, da wir diese Bereiche nach wie vor gesondert betreuen und nicht vermischen wollen. Die Editorial-Anfragen und Bildverkäufe laufen wie gehabt über mich persönlich, daran ändert sich nichts. www.thorstenrother.com

Ich wünsche Euch ein schönes Wochenende.

 

Schubladen

Schubladen – welch herrlich praktische Erfindung. Sie geben einem das Gefühl von Ordnung, einer genauen Struktur. Instinktiv machen wir sie auf, greifen rein und wissen ohne groß nachzudenken, wo etwas liegt. Effizient und funktional. Unnötig extra zu erwähnen, dass sich auch bei mir zu Hause eine Menge davon finden. Für meine Socken, Unterhosen und Sweatshirts. Und auch in Küche, Bad und Wohnzimmer gibt es ein paar Exemplare.

Doch auch im Beruf werden diese Schubladen sehr gerne benutzt, denn hier gilt anscheinend ebenfalls „dank Schubladen ist alles so schön ordentlich, jeder weiß, wo etwas liegt…“ So packen Unternehmen ihre Mitarbeiter in Schubladen, genannt Abteilungen, Fachbereiche oder neudeutsch business units. Jeder weiß, wo er hingehört, was er zu tun und zu lassen hat. Und bereits bei Einstellungsgesprächen wird schon sehr darauf geachtet, dass die potentiell neue Kollegin gut in die …wie war das noch? “Unternehmenskultur” passt. Da hat sogar in der Schublade selbst noch alles seine eigene Ordnung. Eine herrliche, saubere und aufgeräumte Welt. Und so entstehen auch die Schubladen im Kopf.

Meine These: Diese Struktur wird gebraucht. Ist aber etwas für die Unmutigen und Orientierungslosen – der Tod jeglicher Kreativität. 

In meinem Beruf als Fotograf habe ich gleichermaßen mit diesen Schubladen(denkmustern) zu tun und teilweise zu kämpfen. Angefangen bei der Attraktivität für die Auftraggeber: wenn man viel in der Werbung fotografiert, hat man Schwierigkeiten, von den Redaktionen beauftragt zu werden: “Tut uns leid. Deine Bildsprache ist uns zu werblich.” Umgekehrt genau das Gleiche: wenn man zu viel Editorial oder freie Arbeiten fotografiert, haben die Agenturen Sorge, dass man die gestellte Aufgabe in der Werbung nicht wunschgemäß umsetzen kann und sie rufen einen erst gar nicht an. 

Mir ist seitens Agenten und Repräsentanten immer geraten worden, mich so deutlich wie möglich zu positionieren. Also klar zu vermitteln „Thorsten steht für DAS!“ Diese Empfehlung kann ich jedoch nur noch eingeschränkt so weitergeben. So glaube ich zwar, dass es von Nutzen, ja sogar notwendig, ist, sich gewissen Themenfeldern zuzuwenden und dieses deutlich zu machen. Für wen ich aber z.B. Portraits fotografiere – Werbung, Editorial, Kunst – ist doch hingegen komplett egal. Diese Schubladen meide ich inzwischen unter allen Umständen. Hier braucht es einfach Unordnung, Chaos und Überraschung. 

Nur so sichern wir Kreative uns überhaupt einen gewissen Status und grenzen uns deutlich von der Dienstleisterschiene ab. Es ist also eine Investition in unsere eigene Zukunft sich Dinge gewollt offen zu halten. Nicht zu verwechseln mit Opportunismus. Nennen wir es eher wohl überlegten Situationismus. Auch wenn unser Gegenüber uns liebend gerne in eine seiner fein säuberlich vorsortierten Schubladen legen will, tun wir ihm und uns einen sehr großen Gefallen, dies nicht zuzulassen. Es braucht Schubladen, aber auch Menschen, die gerne immer wieder mal aus diesen entfliehen und herausspringen. 

Je mehr von Euch das tun desto besser. Doch das ist natürlich auch eine Frage von „Wer bist Du? Lamm oder Löwe?“ Dazu aber ein andermal mehr. 

 

Heimat & Freiheit

Foto: Downwinder Film

Langsam aber sicher nehmen die Dinge Form an. Sowohl geschäftlich als auch gestalterisch. Wie Ihr schon wisst, laufen bereits Gespräche und Vertragsverhandlungen mit neuen Agenten. Am Freitag werde ich wohl mehr sagen können, wer mich im Bereich Werbung zukünftig vertreten wird. Weniger Dienstleistung mehr Kunst – dieser Wunsch hat zu meiner großen Freude Anklang gefunden und wird auch von der neuen Repräsentanz verfolgt. Eine neue Heimat.

Für Alle unter Euch, die auch viel in der Werbung fotografieren, könnte es sehr interessant sein, dass ich zum Dezember einen bereits umgesetzten Kampagnen-Job zeige, der in meinem Sinne durchgeführt wurde. Völlig abgehetzt ans Set zu kommen, runterzuschießen, was die Kamera hergibt und abends beim Essen dann so tun als wäre alles super – weder im Sinne des Auftraggebers noch in meinem und leider doch so häufig Alltag.

“Weniger ist mehr, kleines Equipment, Licht?“ „Ja. Da, wo die Sonne scheint.”

Eine Produktionsfirma kümmerte sich um die logistische Organisation und Betreuung von Werbeagentur, meinem Assistenten und mir. So konnte ich mich auf das Wesentliche konzentrieren: Die Motive, das Casting, gestalterische Abstimmungen mit dem Kunden. Wunderbar. Der entspannteste Job, den ich sei Jahren hatte – und das nicht im Sinne von wenig Arbeit. Umgesetzt haben wir das Ganze auf Furteventura, wo man nach tollem Licht und beeindruckenden Stränden nicht lange suchen muss.

Auch mit den freien Arbeiten geht es voran. So habe ich für Oktober einige Shootings für meine Mappe angesetzt. Die Locationsuche dafür war erfolgreich und somit kann es bald wieder losgehen. Bildideen, die auf Umsetzung warten, gibt es zahlreich. Den Cast lege ich momentan noch fest, wobei ich tatkräftig von einer Münchner Model-Agentur unterstützt werde.

Der Wunsch eine Strecke zu schießen, die komplett frei von strategischem Denken ist –vorausgesetzt sie passt ins Portfolio -nimmt auch Gestalt an. So ist mir eine sehr gute Idee von Motiv und Umsetzung in den Sinn gekommen. Es bedarf nun weiterer Recherchen. Ich denke, der Drang so eine Arbeit anzugehen ist auch aus dem Bedürfnis heraus entstanden, dass ich mich zukünftig nicht mehr nur auf eine “Schublade” festnageln lassen will. Wenn mich die Bilder, die Geschichte oder die Aufgabe reizt, kann es mir herzlich egal sein, ob es sich um Werbung, Editorial, Kunst oder ein Buchprojekt handelt. Ich möchte da die Freiheit haben entscheiden zu können wonach mir ist. Wenn es dann Leute gibt, denen meine Ausrichtung nicht gefällt oder die es nicht einordnen können und mich deshalb nicht buchen -dann ist das so. Wie sagt man so schön? „Allen Menschen recht getan, ist eine Kunst, die niemand kann.“ Und ich schon gar nicht.

Ein Wunsch war geboren.

Vor vielen Jahren hat mir ein Freund genau diesen Film auf Video aufgenommen. Ich fotografierte schon eine Weile, aber wusste nicht so recht wo ich damit hin wollte. Er rief mich an und meinte: “Komm doch mal vorbei, ich hab da was für Dich”. Also besuchte ich ihn zwei Tage später, und er legt eine VHS Kassette ein. Als ich diese Reportage sah, da wusste ich, was ich machen wollte. Sofort. Ich war merkwürdig abgestoßen, aber auch über alles fasziniert. Ein widersprüchliches Gefühl, paradox.

Verlosung #1

Die Gewinner sind gerade per Mai benachrichtigt worden. Schön, dass Ihr so zahlreich mitgemacht habt. Es freut mich, dass mich so viele von Euch virtuell begleiten und mitfiebern. Passend zur Adventszeit werde ich eine weitere Verlosung starten. Stay tuned!

Oscar´s Afternoon

Foto: Thorsten Rother

Fotos: Thorsten Rother / geschossen auf Fuji X-Pro2

Das erste Shooting mit der neuen Kamera. Kann mir einer sagen, was er will, aber der Fuji Sensor macht schöne Farben. An den Bildern ist nur minimal etwas im PS geschraubt worden + 10% Look-Filterung. Mehr nicht.

Dankeschön!

Guten Morgen,
bin leider nicht mit diesem „Sammler-Gen” ausgestattet, deswegen mag ich es gerne aufgeräumt. Im Zuge meiner Lagerräumung sind in meinem Office auch noch einige Dinge aufgetaucht, die weg können. Da diese Sachen alle noch einen gewissen Wert haben, wollte ich sie zuerst auf eBay stellen. Mir ist dann aber die Idee gekommen, sie lieber an meine Mitleser auf dem Blog zu verlosen. Quasi als kleines Dankeschön, ist es doch nicht selbstverständlich, dass man in der heutigen Zeit der Medienflut gleich so viele Mitleser hat. Schön, dass ihr mich begleitet.

Diese Aktion werde ich in unregelmäßigen Abständen wiederholen, da mir das Ausmisten im Blut liegt. Heute ist zu vergeben:

4 Bildbände unterschiedlicher Jahrgänge, Blickfang – Deutschlands beste Fotografen. Hier zeigen die besten Adressen der werblichen Fotografie des Landes ihre Arbeiten, in allen Bildbänden ist auch meine Wenigkeit vertreten. Ein Muss für jeden Fotofan.



Und so gehts:
Habe zu diesem Zweck eine E-Mail eingerichtet: aktion@thorstenrother.com  Alle, die mir hierauf eine Nachricht mit folgenden Daten schicken, nehmen an der Verlosung teil.

Im Betreff schreibe bitte “Verlosung #1” dazu Deinen Namen und Deine Adresse. Fertig.

Die Aktion läuft ab jetzt, bis Mittwoch, den 21.09.2016, 14.00 Uhr, dann werden aus allen Einsendungen 4 Leute ausgelost und der jeweilige Bildband verpackt und zugesendet. Wenn Du magst, kannst Du ihn auch gerne persönlich abholen, bekommst einen guten Kaffee von mir gemacht und hast die Möglichkeit, mir die ein oder andere Frage zu stellen.

Viel Glück!

Reisepläne und Glühwein

Foto: Alexander Gerner

Auch wenn es mir nach der letzten, nochmal so schönen, spätsommerlichen Woche, schwer fällt zu glauben: die wärmste Zeit des Jahres ist vorbei.

Hier bei mir am See wird schon alles sturmfest gemacht und gefühlt hat man den Geruch von Glühwein schon in der Nase. Die Bäume färben sich herbstlich oder verabschieden sich schon ganz von ihren Blättern und so passt es doch, dass auch mein Lager sich stetig mehr und mehr lichtet. Das alte Equipment – für mich nur noch altes Zeug, was ich nicht mehr will und brauche- freut sich fast täglich über neue Besitzer und ich mich mindestens genau so oft über ein Stückchen mehr Freiheit. “Besitz besitzt” eben, auch ungenutzter. Also weg mit dem unnötigen Gepäck, erst Recht auf einer Reise, deren Ziel und Route noch nicht ganz eindeutig festgelegt sind.

Für die Reiseplanung nach meiner Stunde Null frage ich mich daher immer wieder aufs Neue zwei Dinge: 1. Was sind Deine Themen? 2. Angenommen Du bist völlig frei von Auftraggebern und strategischem Denken (“passt das auch wirklich in mein Portfolio?”) – was würdest Du gerne mal fotografieren?

Die erste Frage konnte ich mir schnell und zufriedenstellend beantworten. Meine Themen sind in erster Linie: Menschen, Mobilität und Orte. Auch die Verbindung aller drei Dinge übt nach wie vor eine große Faszination auf mich aus. Somit werde ich meinen klassischen Arbeitsgebieten im Großen und Ganzen wohl treu bleiben, wenn sich auch von der Ausrichtung her sicherlich etwas ändern wird. Diese Schwerpunkte weiter zum Editorial zu verschieben ist mein Wunsch – aber dazu ein anderes Mal mehr.

Bei der zweiten Frage wurde es dann schon wesentlich schwieriger. Die Antwort ließ sich nicht klar fassen, nicht eindeutig formulieren und hat kein greifbares Bild ergeben – Dinge, die ich so von mir nicht kenne. Die Sicht ist noch vernebelt und der Weg, den die neu erlangte Freiheit mit sich bringt, nicht klar auszumachen. Vielleicht fragt ihr Euch jetzt an dieser Stelle: Es kann doch nicht so schwer sein an einen schönen Ort zu fliegen und ein paar tolle Bilder zu machen?
Und genau das will ich nicht! Ein oberflächlicher und teilweise inszenierter Reise-Essay – sicherlich auf seine Art respektabel, aber weit entfernt von dem, was mich aktuell an- und umtreibt. Ich suche nach der “echten” Geschichte, die erzählt werden will. Die sich porträtieren, begleiten, besuchen und verfolgen lässt. Klingt journalistisch und nach Dokumentation? Dann ist das halt so, kann ich gut mit leben. Ist für mich doch weniger die Definition als vielmehr mein Interesse für meine neue, FREIE Arbeit ausschlaggebend.

Mein Fokus der nächsten Zeit: Recherchieren, mit noch offeneren Ohren und Augen durch die Welt gehen, lieber einmal zu viel anstatt einmal zu wenig hinzuschauen und mir immer wieder Zeit für Gedanken und Gespinste einräumen. Dann werden sie immer klarer: Ziel und Route meiner Reise.

Schönen Sonntag!

Camera Strap

© Thorsten Rother

© Thorsten Rother

Heute kam endlich der lang erwartete Camera Strap für die X-Pro´s an. Ein schönes Stück Leder welches die Kamera um den Hals oder die Schulter hält. Ich habe mich für ein Produkt von EtsHaim Matin International entschieden.

Hinter den Kulissen

 

© Thorsten Rother / aus der Fotoserie: Die Welt ist nicht immer bunt.

© Thorsten Rother / geschossen auf Fuji X-Pro2

Wie versprochen lasse ich den Vorhang fallen und teile nicht nur die großen Pläne und Idealvorstellungen mit Euch, sondern auch den Status quo. Es gibt Agenten, die mich entweder trotz oder doch gerade aufgrund meines Statements und der klaren Neuausrichtung gerne repräsentieren wollen – was mir natürlich schmeichelt und mich in meinem Handeln auch ein Stück weit bestätigt. Bei der jetzigen Marktlage ist es für mich entscheidend, dass ein neues Management ebenfalls eine Vision hat, wohin der gemeinsame Weg führen soll. Ein gemeinsames Ziel, welches klar definiert, verfolgt und nicht aus den Augen verloren wird. Für diese Entscheidung lasse ich mir deshalb bewusst Zeit.

Denn die Jahre, in denen es bereits Genüge tat, von einer Repräsentanz auf der Website gelistet zu sein und den Agenten die Werbeagenturen abklappern zu lassen, um neue Anfragen und Aufträge zu generieren, sind größtenteils vorbei. Generell bevorzuge ich Agenten, die selbst vorleben, was sie von ihren Fotografen einfordern: eine klare Position zu gewissen Um- bzw. Missständen einnehmen – ein charmantes Nein ist zweifellos besser als ein gequältes Ja.

Ein weiterer sehr schöner Nebeneffekt: Es melden sich Kunden wieder, mit denen ich schon länger nicht mehr gearbeitet habe. Ich bin gespannt, was daraus entsteht. Besonders freue ich mich über einen interessanten Editorial-Auftrag, der gestern reinkam. Es kann also langsam losgehen jetzt.

So viele positive Rückmeldungen, Angebote und Zuspruch es gab, so gibt es auch kleine Rückschläge zu verkraften: Ein großes Magazin aus der Branche hatte zugesagt, einen Bericht über meine „offenen Worte“ zu veröffentlichen. Gestern kam dann die plötzliche Absage. Das Thema ist doch etwas zu brisant. Kann ich ihnen diese Entscheidung verübeln? Nein. Habe ich doch mit dem Facebook-Post eine gewisse Grenze im weiteren Sinne überschritten, vielleicht sogar die Omertà unter uns „Top-Fotografen“ gebrochen. Seine Meinung privat bei einem gemeinsamen Drink an der Bar zu vertreten und öffentlich klar Stellung zu beziehen – für viele leider immer noch zwei verschiedene Paar Schuhe. Sei es, um  Auftraggeber nicht zu verstimmen und sich so Nachteile bei der Auftragsvergabe zu verursachen oder aus reiner Bequemlichkeit. Die Vorteile jedoch, liebe Kollegen, wiegen weit mehr. Die Gewissheit, dass Denken und Handeln kein Widerspruch mehr sind – unbezahlbar. Daher kann ich Euch nur ermutigen: „Empört euch doch einfach mal offen, je mehr desto besser.”

Die neue Ausrüstung

Foto: Thorsten Rother

Foto: Thorsten Rother

Zu meiner großen Freude ist die neue Ausrüstung jetzt komplett. Nach 12 Jahren, in denen ich mit den üblichen DSLR´s fotografiert habe (die ich nie wirklich mochte) – darf ich nun mit einem für mich schönen Werkzeug arbeiten. Es ist nicht wirklich entscheidend wichtig, da es im Grunde nur um das Bild geht. Aber es ist schon ein tolles Gefühl nun etwas zu haben was einen ideell und technisch zufrieden stellt.

Liste:

2x Fujifilm X-Pro 2 Gehäuse

1x FUJINON XF18mm f1:2 R
1x FUJINON XF35mm f1.4 R
1x FUJINON XF60mm f1:2,4 R (+Macro)

1x Fujifilm EF-X20 Blitz (Mini)

6x Fujifilm NP-W126 Li-Ionen Akku
1x Fujifilm X-Pro2 Handgriff
1x Fujifilm X-Pro2 Fernauslöser
1x Apple iPad air 2 / mit X-Pro App

Das alles in einer schönen ONA Ledertasche aus den USA.

Einfach springen!

© Thorsten Rother / aus der Fotoserie: Munich Parcour

© Thorsten Rother / geschossen auf Fuji X-Pro1

Viele fragen mich, wie es nun bei mir weitergehen soll – jetzt, wo ich der Werbung den Rücken gekehrt habe. Doch hab ich das? Mich komplett verabschiedet aus der Welt der Werbung? Nein. Von bestimmten Strukturen und Teilbereichen aber ganz klar ja.

Ich bin fest davon überzeugt, dass man beim Versuch, den Markt zu ändern und auf Vernunft und Einsicht hofft, mittel- bis langfristig grandios scheitert. Denn genau das tun wir nun schon seit Jahren. Ergebnis? Es wird schlimmer statt besser.
Was hingegen jeder ändern kann, ist sich selbst – seine Einstellung, Sichtweise und somit auch sein Handeln. Klar kommunizieren und produzieren, was man wirklich gut findet, seine eigenen Regeln festlegen und diese dann auch konsequent umsetzen. Für mich persönlich bedeutet das in Zukunft die Erweiterung meines Spektrums: Editorials, Direktkunden, Werbung, Bücher, Kunst – ohne mich dabei fest legen zu müssen.

Ferner wäge ich stärker ab, ob mich der Auftrag wirklich weiterbringt. „Gratisbilder”, die es auch massenhaft in der Werbung gibt, kennen wir alle zu genüge. Nehmen wir beispielsweise “den Mann, der seinen Oldtimer am Kotflügel putzt”. Dieses Bild habe ich bestimmt jedes Jahr in den vergangenen Jahren in irgendeiner Kampagne fotografiert – und werde es mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht noch ein einziges Mal in meinem Leben ablichten.

Ebenfalls Vergangenheit: Die ganze Produktion mit einem Producer oder meinen Assistenten vorbereiten. Ich bin kein Producer, sondern derjenige, der die Fotos macht – und genau darauf möchte ich mich konzentrieren bei einem Job. Da ist es mir herzlich egal, wo jemand nächtigt oder wie er zum Flughafen kommt. Darüber hinaus blasen die durchlaufenden Posten nur meinen Umsatz auf. Genauso wenig werde ich Gelder vorstrecken – das Bankgeschäft ist auch nicht meins. Für diese ganze Abwicklung gibt es Produktionsagenturen, die einem das abnehmen. Eine ganz wunderbare Erfindung, kostet aber natürlich auch ein bisschen was.
Nächster Punkt: sollte schon im Vorfeld feststehen, dass der “Billigste“ den Job bekommt, steige ich gleich aus und werde gar nicht erst mit kalkulieren. Wozu? Weder werde ich der “Billigste” sein, noch strebe ich das an. Mich stattdessen an den See zu setzen und einen guten Kaffee zu trinken ist wirtschaftlicher und angenehmer.

Auch eine sehr entscheidende Sache: über mein Arbeitswerkzeug verhandle ich nicht. Weder über Kamera noch über das Licht – es braucht, was es braucht. In den meisten Fällen wage ich zu behaupten, mit meiner Arbeitsweise und den dadurch entstehenden Produktionskosten doch recht sparsam unterwegs zu sein.

Aber liebe Agenturen, ich biete auch an! Layoutshootings für eure Pitches mache ich zukünftig honorarfrei (Produktionskosten natürlich exklusive). Ja, richtig gelesen: Honorar-frei. Im besten Falle sollte mir natürlich die Idee zusagen und eine kleine Regel ist auch hier zu beachten: Wenn ihr dann mit meinen Bildern ins Rennen geht und den Kampagnen-Etat gewinnt, schieße auch ich die richtige Kampagne komplett – zu echten Konditionen. Das lässt sich ja sehr einfach vorher schriftlich vereinbaren. Deal!?

Stunde Null

Foto: Sandra Steh

 

Erst mal möchte ich Danke sagen! Ich war doch sehr überrascht, dass meine “offenen Worte” so oft gelesen und geteilt wurden. Es gab sehr viele Reaktionen und seit letztem Sonntag steht das Telefon kaum still. Viele Wegbegleiter, Freunde, Kollegen und Kunden haben sich bei mir gemeldet. Der Zuspruch war enorm, was nicht nur gut tut, sondern auch zeigt, dass ein Nerv getroffen wurde.

Stunde Null habe ich nun meinen Blog getauft. Das trifft es – stehe ich doch nach 20 Jahren Fotografie vor einem Neuanfang, einer Zäsur, einem Aufbruch. Ihr seid herzlich willkommen mich auf diesem Weg zu begleiten. Ich werde hier ganz offen über alles berichten: ob es gut oder schlecht läuft, wo es mich hin verschlägt, welchen Themen ich mich zuwende, was ich ausprobiere und teste, und natürlich auch ab und zu ein paar Fotos.

Im Moment verkaufe ich mein gesamtes altes Equipment: Kameras, Objektive, Licht, Flightcases, etc. Die Hälfte davon ist bereits an den Mann oder die Frau gebracht – das klappt somit schon mal ganz gut und die Reisekasse füllt sich. Auch mein Team habe ich deutlich verkleinert und über die neuen Umstände informiert. Dass ich mich letzte Woche von meinem Agenten getrennt habe, dürftet ihr alle mitbekommen haben!? Ich versuche grade wirklich alle alten Zöpfe abzuschneiden und so Platz für Neues zu schaffen.

Für die Mitleser, die erst später auf meinen Blog stoßen, habe ich nochmal meine offenen Worte, die ich auf Facebook letzte Woche veröffentlichte, hier eingestellt. So kann man der Geschichte chronologisch ab Stunde Null folgen.

Sonnige Grüße
TR

Ein offenes Wort.

Die Zeiten ändern sich, darum zurück in die Zukunft.

Es gab einmal eine Zeit, wo ich noch einen gewissen Stolz verspürt habe, dass ich mich für den Beruf des Fotografen entschieden habe. Es war etwas Besonderes, Dinge zu sehen, die andere Menschen nicht so sahen, nicht wahrnahmen, oder die sie schlicht nicht interessierten. Das ist jetzt fast 20 Jahre her. Es war natürlich auch schon damals ein Wagnis, mit Fotos sein Geld zu verdienen. Dennoch konnte man noch halbwegs sicher sein, wenn man bereit war an sich zu arbeiten – Fleiß, Schweiß und Tränen zu akzeptieren und sein Talent laufen zu lassen – auch auf einem gewissen Level anzukommen und ein gutes Auskommen zu haben.

Heute, viele Jahre später, sieht das anders aus. NEIN, keine Angst ich werde jetzt nicht in das üblich Branchen-Gejammere einstimmen.

Halten wir fest, seit ca. 13 Jahren spiel ich in der Werbefotografie mit. Die Anfänge waren nicht leicht, da der Anspruch sehr hoch war. So musste ich mich gewaltig strecken und hatte das Glück, an den Aufgaben zu wachsen. Nicht zuletzt habe ich das meiner ersten Agentin zu verdanken, die mich wirklich behutsam und sehr schlau an den Markt herangeführt hat. Man kann das auch behutsames Aufbauen nennen, denn auch zu dieser Zeit schon kamen eine Menge Leute und gingen auch wieder.

Es folgten Jahre des Aufstiegs, zuerst waren es kleine Kampagnen- oder Katalog-Aufträge, bis hin zu den ersten Anzeigemotiven. Mit den Werbeagenturen als Kunden war es zu der Zeit eine gute Zusammenarbeit. Man wurde als Fachmann gesehen, weniger als Dienstleister. Sprich, man hörte dem Fotografen noch zu und nahm die Empfehlungen und Anmerkungen ernst und es ging nicht nur um Geld und Einsparungen. So ging die Reise weiter und auch die Aufträge wurden größer und größer. Allerdings konnte man spätestens 2010 auch eine sehr deutliche Veränderung am Markt wahrnehmen.

Stichwort Austauschbarkeit. Um es genau zu sagen: je mehr die Bilder in der Postproduktion geputzt und gelookt wurden, umso ähnlicher wurden wir Fotografen uns auch in der Bildsprache. Ganz besonders krass ist hier die Entwicklung in der Automobilfotografie, da sehe ich überhaupt keine Unterschiede mehr. Über die Jahre sind wir in der gehobenen Werbefotografie zu reinen Dienstleistern mutiert. Hinzu kommt, das FOTO ist in der Werbung nicht mehr die erste Wahl, die Print-Produktionen haben starke Konkurrenz bekommen. Der Markt schrumpft also stetig und das jedes Jahr weiter. Welche Auswirkungen das hat, merken wir ja allesamt, drüber möchte ich mich gar nicht mehr auslassen.

Fazit: Ich persönlich habe mich nie als reinen Dienstleister gesehen. Leider habe ich kein besseres Wort dafür, “Kunsthandwerker” im Sinne von Manufaktur trifft es vielleicht. So wie es im Moment in der Werbefotografie abgeht, ist das nicht mehr meins. Raus aus der beliebigen Austauschbarkeit, kann ich nur allen raten. Mein gesamtes Equipment zu veräußern ist da nur der erste Schritt, die gut geölte Fotomaschine wird ausrangiert. Diese Arbeitsweise mochte ich ehrlich gesagt noch nie und die DSLR-Kameras, egal von welchem Hersteller, sind noch dazu potthässlich.

Ab sofort werde ich die entschleunigte Fotografie zelebrieren: Weniger ist mehr, und von Hause aus mit 2 Rangfindern und 3 Festbrennweiten arbeiten. Mehr braucht es im Grunde nicht. Licht? Ja, gibt es da, wo die Sonne scheint 🙂. Das ist auf der einen Seite Reduktion, auf der anderen Seite die Besinnung auf das Wesentliche und bei der Herangehensweise entstehen auch nicht mehr so hohe Produktionskosten, aber wieder echte Bilder. Bis zum 1.1. 2017 werde ich auch mein Portfolio neu ausgerichtet haben.

Werbung gerne Mal, aber nur bei Wertschätzung und Akzeptanz der Arbeitsweise, ansonsten passt es eben nicht. Und ihr könnt euer “Geiz ist Geil” Konzept mit den anderen Verdächtigen weiter durchziehen.

Viel Spaß!